GESCHICHTEN VON ZAUBERBLUME-MAGICFLOWER 2001

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Die Weihnachtsgeschichte:
Teil 1
Verlobung unterm Weihnachtsbaum
© Brigitte Obermaier, München, 2001-12-18
Das Fest der Liebe, der Gemeinsamkeit, so wird das Weihnachtsfest immer wieder betont.
Liebe und Gemeinsamkeit.
Nicht für alle.
Mit wem sollte Walter reden.
Er raffte all seine Kraft zusammen und verlies die Triste Studentenbude.
Schleppte sich mühselig zu seinem Elternhaus.
Seine Eltern waren schon längst gestorben. Petra wohnte mit dem jüngeren Bruder Florian, der gerade seine Lehre fertig machte,  noch dort.
Walter  wollte wieder Lachen und über Themen reden, nicht mit sich selbst, mit Gleichgesinnten.
Die Haustür war schon längst offen.
Gedankenverloren hatte er geläutet, obwohl er eigentlich noch einen Hauschlüssel besaß. Petra sah ihren Bruder an und stupste ihn am Ärmel.
„Hey Walter, von wem träumst du denn?"  fragte Petra und zog den älteren Bruder in die Küchenstube.
"Hallo Schwesterchen!“ sagte er gequält.
„Wir wollten auf den Weihnachtsmarkt! Meinst du wir können das in die Tat umsetzen, so wie du aussiehst. Könnte man das Fürchten lernen.“
Walter schüttelte sich wie ein nasser Pudel und sagte mit krächzender Stimme: „Na gut, können wir los?“
"Na also, dann komm" lachte sie aufatmend. Wenn er so sprach kam sein warmes Bruderherz wieder zu Tage. Sie nahm ihm bei der Hand und verließen die elterliche Wohnung.
In der Innenstadt begann die mit Kopfsteinpflaster belegte Fußgängerzone
Petra war in ihrem Element. Wunderschöne Handtaschen waren im Schaufenster von einem Lederwarengeschäft zu erkennen. Geschenkpapier gab es in verschiedenen Farbschattierungen. Petra entdeckte immer wieder neue Präsente.
Petra wollte eine Überraschung für Walter besorgen und trennte sich von ihm: „In einer Stunde treffen wir uns am Schaschlik-Stand vom Huber Franz, einverstanden?“
Walter ging weiter. Seine Tief-Stimmung holte ihn erneut ein. Der Schnee in der Innenstadt war mit dunklem Matsch gemischt. Genau wie seine Stimmung. Lustlos beförderte er eine nassen Schnee vor sich her.
Da ein beleuchtetes Fenster mit zarten Dessous. Walter blickte noch einmal ins Schaufenster. Er sah blitzende Augen. War das Shirley? Die Freundin von seiner Schwester.
Er blieb vor dem Schaufenster stehen und fing zu träumen an. Lange braune Haare und ihre Haut pfirsichzart. Sie winkte ihm zu und schwenkte ein kleines rotes Päckchen in der Hand. Letztes Jahr, das war eine Ewigkeit her. Sie waren zusammen gewesen, Shirley und er,  um Weihnachtsgeschenke zu kaufen.
„Shirley!“ ein lauter Seufzer kam über seine Lippen. Er hatte sich tatsächlich in sie verliebt, obwohl diese Liebe gleich wieder zerplatzen musste, da Shirley im Januar zurück nach Australien flog. Die Chancen waren gleich Null und er machte sich keine Illusionen vor. Leider! Oder doch?
Sie war zurück in ihr zu Hause geflogen. Weihnachten bei dreißig Grad in Australien und hier in Deutschland minus ein Grad. Welch großer Unterschied.
Ein schnellvorbeieilender, dick eingemummter älterer Herr übersah Walter und rempelte ihn an.
Walter wurde aus seinen Träumen aufgeweckt. Die Gestalt im Schaufenster entpuppte sich als Verkäuferin, jedoch mit blonden langen Haaren die in die Auslage ein rotes Päckchen hinein manövrierte.
Die Seifenblase war geplatzt. Walter sah auf die Uhr und machte sich auf den Weg zum Treffpunkt.
"Hallo Bruderherz, pünktlich wie die Maurer. Stell dir vor, ich ging gerade durch das Kaufhaus und rate mal wen ich getroffen habe."
"Na los sag schon, du gibst ja doch keine Ruhe, solange du es nicht ausgeplaudert hast:“
"Shirley!"
"S h i r l e y?" Der Bruder dehnte das Wort in eine sanfte Länge.
"Ich dachte sie sei in Australien?" sagte er gefasst um seine Stimmung nicht preiszugeben.
„Sie hatte sich kurz entschlossen dem alten gemütlichen Deutschland einen Besuch abzustatten.“
Petra blickte in die Ferne und sprach weiter: „Und siehe da, schon kommt sie uns entgegen. Tschuldige, Bruderherz, ich habe sie eingeladen. Ist dir doch recht?“
Walter fixierte  die gleiche Richtung und hatte seinen Engel schon entdeckt. Ameisen kribbelten durch seinen Körper. Eine unsagbare Zärtlichkeit durchdrang seine Nervenbahn und breitete sich mit wärmenden Gefühlen durch seine Blutbahnen, die zu kochen anfingen. Er hatte das Gefühl sein Herz müsse zerspringen.
„Hello Walter!“
„Hi, Shirley!“
Unbefangen umarmte Shirley den Bruder ihrer Freundin. Sie freute sich wirklich, ihn wiederzusehen.
Petra sprach ohne Punkt und Komma: „Ich hole was zu Essen da ist ein Tisch frei nehmt einfach Platz ach ich habe keine Zeit ich muss schnell noch mal weg ich bin in zwei Stunden wieder da bis später!“
Walter und Shirley sahen verdutzt Petra an, die schon mit langen Schritten davoneilte. Beide mussten herzhaft lachen und sprachen wiederum gleichzeitig: „Was machen wir nun?“
Zuerst aßen sie zusammen ein Schaschlik und dann fragte sie Walter ob er schon Weihnachtsgeschenke besorgt hätte?
„Nein gar keine. Wollen wir zusammen etwas aussuchen?“
„Gute Idee!“ Sie hakte sich bei ihm ein und los ging es.
Shirley und Walter flirteten losgelöst durch die Weihnachtswelt.
„Ich habe alles was ich brauche, dank dir Shirley.“ Und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.
Lass uns zurückgehen und etwas warmes Trinken. Magst du noch den Glühwein oder bist du anderes gewohnt.“
Walter war in seinem aufgetautem Element und nahm Shirley’s Hand. Gemeinsam liefen sie zum Treffpunkt zurück.
Der kalte Wind hatte ihre Wangen erröten lassen. „Die Weihnachtszeit in Deutschland ist kühler, als bei uns in Australien.“ Zärtlich streichelte Walter über ihre Wangen: „Darf ich dich wärmen?“
Shirley nahm die Frage dankbar an und drückte sich an seine warme Brust. Walter umklammerte sie zärtlich und fühlte wie aus den kribbelnden  Ameisen lauter bunte Schmetterlinge wurden.
Wie lange das dauerte konnte keiner von den Beiden sagen. Sie wurden ziemlich auffallend von Petra mit lauten Worten unterbrochen: „Hey, nach was sieht denn das aus?“
Shirley wurde unter ihre kalten Röte dunkelrot. Zog sich aus der Umklammerung und rief beiden zu: „Ich muss gehen. Wir sehen uns Morgen Petra, wie versprochen.“ Mit weicher Stimme sprach sie mit Blicken nur zu ihm hin: „Auf Wiedersehen Walter und danke!“ Das Danke kam nur noch flüsternd hervor.
Petra umarmte Shirley kurz und sagte: „Also bis Morgen. Außer du hast heute Zeit, dann melde ich.“
„Komm wir gehen nach Hause!“ Walter nickte schweigend und folgte seiner Schwester.
Walter verschwand sofort im Wohnzimmer. In einer Ecke stand seine Gitarre, die er beim letzten Male vergessen hatte und spielte darauf herum.
Bruder Florian holte ihn wenig später zum Essen.
Walter wollte nicht sofort: „Ich muss das fertig komponieren, dann komme ich sofort.“
Sein Bruder war viel zu neugierig und drängte Walter: „Los erzähl schon. Wie war sie?“
„WER, WIE?“
„Na, Shirley, du hast sie doch getroffen. Ich weiss das von Petra, sie hat es mir erzählt.“
„Ah unsere Plaudertasche hat ihre Silben über dich ausgeschüttet.“
„Hat sie sich verändert? Hat sie immer noch langes seidiges Haar?“
„Ja sie ist zu Besuch hier. Sie ist immer noch hübsch und sie hat immer noch seidiges langes Haar. Alle Fragen beantwortet? Dann lass mich fertig machen.“
Petra und Florian unterhielten sich in zwei Sätzen über Shirley und Walter und vergaßen das Thema wieder.
Walter war in die träumerische Welt gesunken. Shirley stand vor ihm und seine Noten plätscherten durch die Gitarre auf sein Notenpapier. Locker und leicht, als wenn er nie was anderes getan hätte.
Walter verabschiedete sich und zog sich in seine Studentenbude zurück.
Am nächsten Morgen war er pünktlich zum Frühstücken wieder da.
„Hoppla, ist dir das Brot ausgegangen oder die Wurst?“ sprach Petra und deutete auf den Stuhl. „Hast du nicht den Pulli letztes Jahr von Shirley zum Geburtstag bekommen? Oder täusche ich mich?“
Walter brauchte nicht zu antworten. Es läutete an der Haustüre und er sprang auf um zu öffnen. Petra sah ihm sprachlos nach. So kannte sie Walter gar nicht. Sonst konnte es läuten so viel es mag, er öffnete nicht. Und heute? Sie hörte die Stimmer ihrer Freundin.
„Shirley tritt ein!“
„Ich denke du wohnst nicht mehr hier?“
„Ja, nein, ich hatte kein Brot zu Hause und wollte hier Frühstücken.“
Er geleitete sie in die Wohnstube.
„Bin ich zu früh?“ sagte Shirley, als Petra zur Küche lief.
„Nein, nein!“ rief sie „ich habe schon mal den Teig vorgefertigt. Wir wollten doch Plätzchen packen. Oder irre ich mich?“
„Selbstverständlich wollten WIR das, wir kommen gleich.“ Sagte Shirley bestimmt und zu Walter gewandt. „Ich muss mich entschuldigen, ich habe deine CD vergessen. Sie liegt in Australien. Bist du mir böse? Sie erinnert mich immer wieder an dich, in der Ferne.“
Walter hauchte ein „Nein, behalte sie nur.“ Und nahm Shirley bei der Hand. „Komm“
Beide betraten Händchen haltend die Küche.
Petra platzte der Kragen, als sie die beiden in der Küchentüre stehen sah. Nun konnte sie allein den Teig verarbeiten, das war Schnee-Sonnen-klar : „Ich dachte IHR wolltet helfen?“
Petra konnte es sich nicht verkneifen und etwas restlichen Teig Richtung Bruder zu werfen. Sie traf  ihn siegessicher und das Mehl stäubte ihn in eine weiße Wolke ein. Shirley strich die Spuren aus seinem Gesicht und kam ihm gefährlich nahe: „Du hast noch ein paar Mehlspuren in deinem Gesicht.“
Shirley versank in seine wasserblauen Augen. Sie hoffte er würde sie jetzt und hier küssen. Unter dem Mistelzweig der oben am Türrahmen hang.
Walter sah die Misteln über sich baumeln und küsste sie schnell auf die Wange.
Petra buxierte beide aus der Wohnung und sagte: „Geht mal eine Runde spazieren. So wie das aussieht, werden bestimmt keine  ordentliche Plätzchen entstehen. Ich mach alleine weiter.“
Der Schnee knirschte unter den Füßen.
Walter wurde wieder mutig und legte den Arm vorsichtig um ihre Schulter und murmelte: „Ich wärme dich!“ Shirley lies es sich gefallen und kuschelte sich so gut es ging in seinen Arm.
Eine alte Oma kam mit einem Mädchen vorbei. Sie hatte blonde Zöpfe und war warm angezogen.
Die Oma hatte sofort Walter und Shirley erkannt und sprach zur Kleinen:
„Christinchen, kennst du Shirley noch? Sie wohnt jetzt weit, weit weg.“
„Ja ich weiß, in Australien und das ist Walter, der ist bestimmt jetzt ihr Freund. Ich durfte mit ihm letztes Jahr einmal Eis essen gehen.“
„Stimmt“ sagte die Oma, „das war an deinem Geburtstag. Ich erinnere mich.“
Walter stimmte dem zu und machte der Oma den Vorschlag: „Was halten sie davon? Wir werden Christinchen mit auf den Weihnachtsmarkt nehmen und sie können in Ruhe mal alleine einen Einkaufsbummel machen. Bestimmt haben sie vieles für das Christkind zu erledigen?“
Die Oma war überglücklich, endlich mal ein paar Stunden für sich zu haben und blickte Christinchen an: „Na, was meinst du dazu? Willst Du?“
Christinchen hoppste umher und rief ganz laut Ja, dass wird bestimmt wunderschön. Sie hatte sich zwischen Shirley und Walter gedrängt und beide bei der Hand genommen. Schon zogen sie von dannen.
Shirley versprach das Kind heim nach Hause zu bringen und machte eine Uhrzeit aus.
Zu dritt sprangen sie durch die weiße Winterpracht. Lachten über jeden Scherz und vergnügten sich zu dritt.
Ein uraltes Weihnachtskarussell lud mit seiner Musik zum Mitsingen ein. Christinchen bettelte und durfte mit dem Karussell fahren. Walter hatte gleich drei Tickets gekauft.
Er stand neben Shirley. hielt ihre Hand und flüsterte leise zu Ihr:. „Du bist wunderschön.  Du bist mein Weihnachtsengel, den ich mir so sehr gewünscht habe.“ Er strich ihr über die Wange, dass sich Shirley gefallen lies und langsam fanden sich ihre Lippen zu einem zarten Kuss.
Christinchen stand auf einmal neben den Beiden. „Ich habe alle Tickets abgefahren und was machen wir jetzt?“
„Wir gehen zu Petra nach Hause und schauen, ob der Nikolaus kommt!“
Christinchen war begeistert und umarmte Petra. „Meine Oma hat gesagt, ich darf den Nachmittag bei Euch verbringen.“
Petra traf Christinchen des öfteren, da sie gleich nebenan wohnten. Das Schicksal ging ihr schwer zu Herzen. Die Oma war nicht mehr die jüngste. Die Eltern von Christinchen waren bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Christinchen hatte nur noch die Oma und einen ya<Verwandten in Australien. Das erzählte sie alles Shirley, die losgelöst auf einer kleinen Wolke durch die Welt schwirrte und von dem alles nicht viel mitbekam. Australien war ein Stichwort, dass sie wieder herunterholte. „Australien, richtig. Weißt du wo er wohnt?“
Christinchen antworte schneller  als es Petra erwartet hatte: „In Pörs oder so. Onkel William wohnt schon lange dort. Ich habe Fotos von ihm und auf dem Videofilm habe ich ihn lachen gesehen, mit seiner Frau zusammen. Oma hat gesagt, irgendwann Mal darf ich zu ihm fliegen. Nur das Ticket ist zu teuer, sagt sie. Onkel William schrieb viele Briefe an die Oma und Oma musste dann immer weinen, weil er so weit weg ist.“
Shirley sagte: „Perth meinst du bestimmt, da wohne ich auch. Weißt du was, wir werden das mal unter einen Hut bringen und dann nehme ich dich mit.“
Walter war verschwunden, nachdem sie die Wohnung betreten hatten.
Lautes pochen erklang an der Haustüre.
Petra und Shirley blickten auf. Christinchen erschrak und lief in die Arme von Shirley: „Was war das?“
Petra stupste Christinchen an der Schulter: „Na geh nur, mach mal auf, das ist bestimmt für dich!“
„Aber ich wohne doch gar nicht hier.“
„Macht nichts, derjenige der da klopft, weiss bestimmt, dass du bei uns zu Besuch bist.“
Schüchtern öffnete Christinchen die Haustüre: „Oh, du bist es. Der heilige Nikolaus ist da. Komm herein. Petra hat gesagt, ich darf dich hereinlassen.“ Sie lief voraus und schaute sich um: „Wo ist Walter? Der soll auch den Nikolaus sehen.“
Christinchen war ganz aufgeregt.
Der Weihnachtsmann lies Christinchen ein Gedicht aufsagen und leerte seinen Sack mit Geschenken aus. Wie ein Spuk war das alles, als schon wieder die Tür hinter ihm ins Schloss fiel.
Fünf Minuten später kam Walter frohgelaunt in die Stube.
„Jetzt hätte ich Hunger. Was gibt es zu Essen?“
Christinchen lief auf Walter zu: „Jetzt hast du was verpasst. Der Nikolaus war da und hat mir ein Geschenk gebracht und Orangen und, und, und ........“
Walter war glücklich und Nahm Christinchen auf den Arm.
„Ich hab ihn gesehen. Er ist gerade bei den Nachbarn ins Haus gegangen. Hast du schon dein Geschenk ausgepackt?“
Christinchen packte rasch ihr Geschenk aus und eine wunderschöne Puppe kam zum Vorschein.
„Aber, dass ist ja die aus dem Schaufenster von heute Nachmittag, gleich neben dem Karussell. Wie hat der Nikolaus das so schnell herausgefunden? Ihr habt nicht geholfen, das weiss ich, ihr ward immer beieinander gestanden, ganz eng und habt euch geküsst. Stimmts?“
Petra horchte auf und lächelte. Da wird doch nicht etwas verpasst haben?
Sie zog die Stirne kraus, sagte nichts und beobachtete die Beiden intensiver.
Petra musste feststellen, dass da mehr war als ihre Freundin und ihr Bruder. Die Beiden hatten sich verliebt ineinander.
Der Weihnachtsabend kam schnell heran und an diesem Abend wurde Verlobung gefeiert. Walter und Shirley schwebten zusammen im Liebes-Himmel.
Die Weihnachtsgeschichte:
Teil 2
Ein neues zu Hause für Christinchen
© Brigitte Obermaier, München, 2001-12-18
Am ersten Feiertag läutete es an der Türe und Petra machte auf.
Die Oma und Christinchen standen vor der Türe.
„Mir geht es gar nicht gut. Könnt ihr mir nicht Christinchen abnehmen.“
Petra nahm Christinchen bei der Hand und brachte sie ins Wohnzimmer. Walter und Christinchen waren schon anwesend und kümmerten sich liebevoll um Christinchen.
Zur Oma gewandt: „Wir werden gut auf sie aufpassen, versprochen.“
Die Oma sprach weiter: „Ich werde mich hinlegen, ich bin so müde.“
Petra nahm sich die Zeit und brachte die Oma in die Wohnung. Sie unterhielten sich sehr lange und Petra erfuhr die ganze familiäre Geschichte von Christinchen.
Petra bot Oma an dass Christinchen die nächsten Nächte bei Ihnen verbringen solle. Sie packte ein paar Kleinigkeiten zum Anziehen ein und  verabschiedete sich.
Christinchen besuchte die Oma regelmäßig und mit der Zeit bürgerte es ich ein, dass Christinchen bei Petra schlafen durfte.
Der Monat Januar ging wie im Fluge vorbei. In der letzten Woche geschah das unfassbare. Die Oma verließ das irdische Gefilde und lies die unglückliche Christinchen allein auf der Welt zurück.
Petra hatte nun doppelte Arbeit. Nachdem keine Verwandten da waren überlegte sie lange und kam zu dem Entschluss mit Walter  zu reden. Shirley musste abfliegen.
Walter  hatte seine Studentenbude einem anderen Kommilitonen gegeben und lebte unter dem Dache von Petra und wurde mit Christinchen mehr und mehr vertraut. Christinchen fühlte sich wohl in Walter’s Nähe und hatte in vollkommen in Beschlag genommen, wenn es die Zeit erlaubte.
Walter hatte sich bereits ein Flugticket nach Australien besorgt und wollte seine Verlobte nicht alleine Reisen. Es hieß Abschied zu nehmen.
Christinchen wurde schweren Herzens ins Waisenhaus gebracht.
Der Abschied war fürchterlich. Petra versprach Christinchen regelmäßig zu besuchen. Das konnten die Tränen von Christinchen nichts anhaben. Sie kullerten weiter.
Das Jahr ging schnell vorbei. Shirley und Walter hatten den Hochzeitstermin für den kommenden Dezember angesetzt.
Walter war im Deutschland gelandet und wohnte bei seiner Schwester.
Er hatte bereits das Flugticket für Petra in der Tasche, damit diese zur Hochzeitsfeier in Australien dabei sein konnte.
Mit Shirley hatte Walter eine längere Unterredung geführt und Beide waren fest entschlossen Schicksal zu spielen.
Das war genau die richtige Einstellung was Walter vorhatte und Shirley liebte ihn noch mehr, als je zuvor.
Walter hatte sich mit Petra zusammengesetzt und ihr von dem Plan mit Shirley erzählt.
Petra kamen Tränen in die Augen. Sie war voll damit einverstanden.
Am nächsten Tag hatten sie einen Termin im Waisenhaus.
Zuerst sprach Petra und dann Walter. Sie breiteten den Plan der Leiterin aus und sie machte sich sofort an die Arbeit, dass alles gelingen solle.
Erst dann besuchten sie Christinchen.
Acht Tage später lag der schriftliche Bescheid auf dem Tisch.
Walter durfte Christinchen mit nach Australien nehmen, zu ihrem einzigen Verwandten.
Am nächsten Tag gingen  sie zu dritt, Walter, Petra und Christinchen ins Einkaufszentrum. Zuerst kauften sie für Christinchen Sommer-Kleidung ein.
Christinchen sah mit offenen Augen dem Treiben der Beiden zu. „Für was brauche ich Sommer-Kleidung? Es ist doch kalt draußen.“
Petra lachte und sagte nur: „Warte ab, wir haben noch eine Überraschung für dich!“
„Eine  Überraschung. Etwa eine neue Puppe, die habe ich letztes Jahr vom Nikolaus bekommen.“
“Nein, was viel schöneres.“
Sie betraten das Reisebüro. Die Verkäufern begrüßte Walter beim Namen und bat sie Platz zu nehmen: „Und das ist also ihre Tochter?“
„Nein, das ist nicht mein Papa. Aber einen solchen möchte ich haben.“ Und zu Petra gewandt: „Und so eine Mama wünsche ich mir oder so eine wie Shirley.“
Mit Shirley konnte die Verkäuferin nichts anfangen und zeigte zuerst Petra und dann  Christinchen die Papiere: „Das ist das Flugticket für Florian und das ist das Visum für Australien.“ Sie nahm den nächsten Umschlag in die Hand: „Das sind die Unterlagen für Christinchen, ich denke das ist das Fräulein. Der Pass ist in Ordnung und das Visum habe ich auch für sie schnellstmöglichst erhalten.  Alles gut aufheben und guten Flug. Vergessen sie nicht am Flughafen die Flughafensteuer beim Hin- und Rück-Flug direkt am Flughafen zu bezahlen.“
Christinchen war so perplex und als sie sich erholt hatte von der Überraschung fiel sie Walter und Petra um den Hals. Petra sagte zur ihr: „Du sollst nicht mir danken, ich habe nur deinen Papierkram mit erledigt. Danke Shirley die damit einverstanden ist, dass Walter sich um dich kümmert. Und nun habe ich noch eine Überraschung für dich. Komm mal mit.“
Christinchen war so überglücklich und wollte gar kein neues Geschenk. Das Flugticket alleine war schon die größte Überraschung für sie.
Auf der Gegenüberliegenden Seite vom Reisebüro leuchtete  weihnachtlich geschmückt der Fensterrahmen eines edlen Kinderfachgeschäft. Als Oma noch lebte standen sie oft davor und hatten die schönen rosa und zartblauen Kleidchen bewundert. Spitzen und dekorative Accessoires gab es in der höheren Preisklasse, die einem Kind das Herz höher schlagen lässt.
Sie betraten den Laden. Petra und Walter  ganz selbstverständlich. Christinchen sehr zaghaft. Sie konnte sich nicht Sattsehen und rief oh und ah.
Sie sah die zarten Rosenköpfe die aus einem liegendem Körbchen  auf  einen großen Teller gestreut herausquollen. Jedes Rosenköpfchen-Köpfchen eine wahre Meisterleistung der Seidenkunst.
Versehentlich fiel eine Blüte auf den Boden und ängstlich hob sie es rasch auf. Sie blickte die Verkäuferin an. Ob die nun böse ist. Sie hatte es nicht absichtlich gemacht. Sie wollte sie nur genau betrachten.
Die Verkäuferin lächelte immer noch. Macht mit der Hand eine einladende Geste, dass Christinchen erleichtert aufatmet.
Walter beschütze Christinchen sofort, das fiel Petra auf. Sie dachte, wie liebevoll er mit ihr umgehen konnte. Das hätte er nie von ihm gedacht. Als Student war er meistens ein harter Klotz und nur seinen Stimmungen gefolgt. Seit er Shirley kannte hatte Walter sich um einhundertachtzig Grad gewandelt.
Zärtlich sprach er von ihr, die Australien auf den Geliebten und Zukünftigen geduldig wartete.
Sie konnte Christinchen beruhigt in die Obhut von Walter geben. Das war jedoch nicht nötig, da sie mitflog, in das Ferne Australien.
Walter nahm das elegante Henkel-Körbchen drückte es Christinchen gleich in die Hand und sagte: „Das brauchst du zum Blumen streuen.
Nun flogen die Blütenköpfe wie ein weißes Schneegestöber durch den Raum. Erschrocken hielt sogar Walter inne und lachte hellauf. „Ich glaube heute müssen wir das Geschäft putzen und zwinkerte Christinchen zu.“
Die Verkäuferin sprach ganz ruhig und wieder erwarten mit sanfter Stimme: „Das kann vorkommen, kein Problem, das haben wir gleich wieder eingesammelt.“ Gleich wurde sie wieder geschäftlich: „Was kann ich für sie tun?“
Walter und Petra sprachen gleichzeitig: „Wir brauchen ein  Braut-Jungefern-Kleid.“
„Gnädige Frau, ich glaube die fallen ein paar Nummer zu klein aus für sie.“
Christ fing zu kichern an. Sie stellte sich Petra in einem Kinderkleid vor und musste nochmals kichern.
Petra wehrte ab und nahm Christinchen bei der Schulter: „Ich habe schon ein cremefarbenes Kleid mit gelben Bordüren. Ich suche etwas ähnlich für dieses junge Fräulein.“
„Für mich“ fragte Christinchen „und wann soll ich das anziehen?“
„Ist doch glasklar“ sprach Walter mit tiefer Bassstimme: „Auf meiner Hochzeit.“
Petra stimmte zu: „Walter heiratet Shirley wenn wir in Australien sind. Du und deine Verwandten sind eingeladen. So nun komm wir wollen etwas schönes für dich aussuchen.“
„Muss das Kleid nicht mein Onkel William kaufen?“
„Normalerweise schon, jedoch ist das ein Weihnachtsgeschenk von uns.“
Die Verkäuferin ging voraus um all die herrlichen Kleidchen dem Kind zu repräsentieren.
„Welches soll ich nehmen, die sind alle so schön.“ Bescheiden wie Christinchen war, tippte sie auf einfaches zartrosa Kleid mit langen Ärmeln und Pelzmanschetten. „Wie gefällt dir das Walter?“
„Sehr gut, nur ich denke das ist fehl am Platze. Darin  wird es dir viel zu warm.
„Stimmt, du hast mir schon schöne Sommerkleidchen gekauft, das habe ich vergessen.“
Walter nahm am Stuhl Platz und lies Petra und Christinchen in Hochzeitsträumen schwelgen. Er träumte währenddessen von Shirley, ließ aber keinen Blick von Christinchen. Ein liebes Mädchen ist sie. Da kamen gleich Vatergefühle auf ihn zu.
Wie wird das wohl werden? Shirley und Walter wollten zwei Kinder haben.  Einen Jungen und ein Mädchen. So ein Mädchen wie Christinchen wäre ihm schon recht.
Christinchen durfte die Kleidchen probieren, anfangs zaghaft und sie fühlte sie sich verzaubert wie in einem  Wolkennest.
Das blaue Kleid lehnte Walter sofort ab. Deutete auf das rosa Tüll-Kleid, dass leider zu klein war. Das nächste war zu groß und das braune zu dunkel.
Christ wollte schon verzweifeln und sagte: „Schade, jetzt bekomme ich doch keines. Aber das macht nichts. Ich habe noch das Sommerkleid, dass Mama mir genäht hat.“
„Oh Kind rief Petra, das habe ich bereits verschenkt, da es dir viel zu klein geworden ist.“
Petra ging um die Stange herum und erblickte im hinteren Schaufenster das Traumgebilde für Christinchen. Es sah ähnlich wie ihres aus und müsste die richtige Größe haben.
„Ach“ sprach sie die Verkäuferin an „macht es sehr viel Mühe, die Schaufensterpuppe zu entkleiden, damit Christinchen das anprobieren kann.“
Christinchen blickte um die Kurve und sah wie widerstandslos das Fräulein die Puppe auf den Stuhl stellte und das wunderschöne Kleid auszog. Christinchen sah nur noch das feine Spitzen-Etwas. Cremefarben mit zart-rosa Blüten besetzt. Überall glitzerten kleine Strasssteine.
Sie probierte es an und es passte sofort, als wenn es genau für sich gemacht worden wäre.
Petra zögerte wegen dem Preisschild.
Walter sah gar nicht erst hin.
„Packen sie es ein, wir werden uns bestimmt handelseinig und das Krönchen, dass die Schaufensterpuppe trägt, gehört bestimmt dazu.“
Walter schob die beiden Damen aus dem Geschäft hinaus und sprach: „Die geschäftliche Seite erledige ich selbst und ihr geht mal voraus.“
Die Verkäuferin packte noch Söckchen, ebenfalls mit Blumendekoration ein. Verstaute alles in einem großen Karton und verließ das Geschäft.
Er drückte Christinchen den Karton in die Hand und fragte: „Willst du tragen?“
Sie nickte nur, jedoch Petra drückte den Karton wieder Walter in die Hand.
„Wir brauchen dringenst noch Lackschuhe und du auch.“
Im nahegelegenen Schuhgeschäft wurden Walter und Christinchen schwarze und Lackschuhe verpasst. Petra meinte: „Lieber hier gekauft, was weiss ich ob du in Australien passende Schuhe bekommst?“
Sie waren alle drei Müde vom Weihnachtseinkauf und setzten sich ins Kaffee um heiße Schokolade zu trinken.
Walter erzählte von der Universität, in der er fertigstudiert und von seiner neuen Arbeit in Australien.
Christinchen war müde und ist am Tisch eingeschlafen.
Walter nahm sie in den Arm und streichelte sie.  Komm mein kleines Christkind, wir werden das schon zusammen meistern.
Zu Hause bei Petra angekommen legten sie Christinchen gleich zu Bett, da es schon spät war.
Noch ein paar Tage und die Reise in eine neue Welt von Christinchen konnte um die Erde beginnen.
Petra hatte eine lange Liste vor sich liegen und besprach mit Walter alles, damit sie nichts vergaßen.
Florian kam von der Arbeit nach Hause. Er hatte seine Gesellenprüfung mit Bravour bestanden und war nun ausgelernt.
Petra hatte das Essen bereits vorbereitet und so konnten sich die drei darüber stürzen.
Florian vermisste Christinchen. Wo ist unser Christkind ? Hoffentlich ist sie nicht davongeflogen.
Petra erzählte vom Einkaufsbummel und dass Christinchen schon im Reich der Träume schwebt.
Christinchen träumte von ihrem neuen Kleid und von einer Himmelswolke.
Florian fand das ruhige kleine Mädchen nicht störend in der nun zu eng gewordenen Wohnung. Walter wohnte während seines Aufenthaltes im Gästezimmer und Christinchen schlief bei Petra im Zimmer.
Florian war bereits gestern mit Petra unterwegs gewesen um die passenden Klamotten für die bevorstehende Hochzeit zu kaufen. Hose und Sakko waren kein Problem für ihn. Jungendlich und verwegen sah er darin aus.
Am nächsten Morgen kam viel Arbeit auf Christinchen zu. Sie half lauter kleine Päckchen einzupacken. Ein kleines Bildchen wurde daran gehängt. Petra versah diese mit Namen der Kinder, die im Waisenhaus bleiben mussten. Ein großer Weihnachtskorb Zweigen dekoriert und mit  Früchten, Nüssen, Marzipan  und Obst gefüllt.
Nachmittags gingen Christinchen mit Petra zur Weihnachtsfeier ins Waisenhaus. Der dunkle große Bau hatte was strahlendes für Christinchen bekommen. Als sie ein halbes Jahr darin leben musste, war das Haus für sie dunkel und grau. Die Schwestern waren liebenswert, jedoch Christinchen vermisste ihre Oma so sehr.
Nun hatte sie ein neues Ziel. Mit ihren fünf Jahren hatte sie schon ein schweres Schicksal hinter sich. Zuerst die Eltern beim Auto-Unfall verloren, dann die Oma, die für sie Tag und Nacht da war. Christinchen wirkte dadurch vernünftiger als all die anderen Kinder.
Sie lernte schnell und war in der Vorschule eine der Besten.
Die Fenster im Waisenhaus hinter der Christinchen gelebt hatte waren mit Lichterketten geschmückt. Kinder winkten herunter, da sie auf Christinchen warteten.
Die Schwester empfing sie in der Aula, wo nach einem Gongschlag aus allen Ecken und Enden die Waisenkinder hervorströmten.
Der riesige Weihnachtsbaum war reichlich geschmückt. Der Nikolaus hatte mit seinem goldenen Buch allerhand zu tun.
Nach der Feier löste sich die Gesellschaft in kleinere Gruppen auf. Die Feier wurde bei den  Fliegenpilz-Kindern, so wurde die ehemalige  Gruppe von Christinchen genannt, weitergeführt.
Im Aufenthaltsraum war ein kleiner künstlicher Baum aufgestellt und darunter lagen für jedes Kind ein Päckchen. Zehn Kinder waren es, mehr lebten pro Kinderschwester nicht darin.
Zehn Kinder, denn als Christinchen die Gruppe verließ, kam ein neues hinzu. Es war ein kleines dunkles Mädchen mit krausen Haaren. Sie hieß Lourdes. Ein seltsamer Name für ein Mädchen.
Petra hatte es gewusst und extra ein Paket für Lourdes eingepackt.
Christinchen sang mit den Kindern die einstudierten Lieder kräftig mit. Der Tisch war weihnachtlich gedeckt. Kakao und Plätzchen versüßten den Nachmittag.
Unruhig rutschten die Kinder auf dem Stuhl hin und her. Der kleine Max, erst drei Jahre alt wollte unbedingt sich auf die Geschenke stürzen, wovon er von allen abgehalten wurde.
Die Kinderschwester bat die Kinder zu einem Kreis. Sie kreuzten die Arme, der linke unten und der rechte obendrauf – und jeder gab dem Nachbarskind die Hand.
Beim Schlussakkord wurde Frohe Weihnachten gewünscht und die Kinder drehten sich durch die gekreuzten Arme nach außen und standen wie gebannt vor dem Christbaum.
Die Kinderschwester flüsterte Christinchen was ins Ohr und sie trat vor die Kinder und rief ganz feierlich:
„Wie ihr wisst reise ich nach Australien. Das ist auf der anderen Seite der Welt. Dort ist es jetzt Sommer und hier ist es Winter. Ich verlasse Euch. Danke schön für das schöne Gruppenfoto liebe Kinderschwester Olga. In Australien werde ich es einrahmen und über das Bett hängen. Ich werde immer an Euch denken. Schwester Olga hat gesagt ich darf die Geschenke Euch überreichen.
Lourdes, du bist an meiner Stelle in die Gruppe gekommen, hier ist dein Geschenk vom Waisenhaus und hier ein kleines Päckchen von mir. Das Bildchen habe ich selbst gemalt.
Max – das ist dein Geschenk vom Waisenhaus und das ist eines von  mir .......“
So ging es weiter und zum Schluss gab sie Schwester Olga ein Foto im Rahmen von sich selbst.
Es war ein feierlicher Abschied.
Christinchen wird das Waisenhaus bestimmt in guter Erinnerung behalten. Sie musste dort keine Not leiden. Hatte zu anziehen und die Kinderschwester waren alle nett und freundlich gewesen.
Schenk mir deine Liebe, mehr brauch ich nicht. Ganz einfach nur deine Liebe und bekommt sie im fernen Australien. Obwohl sie hier von Petra und Walter sooooooooooo viel Liebe bekommen hatte.
Ein Paar Tage später waren die Koffer gepackt. Das Taxi brachte sie zum Flughafen. Christinchen, Petra, Walter und Florian.
Der Flug war lange und Christinchen wurde von der Stewardess verwöhnt.
Pünktlich standen Walter, Petra und Christinchen am Flughafen und wurden von Shirley in Empfang genommen. „Herzlich Willkommen Christinchen in deiner neuen Heimat.“
Christinchen flog Shirley in die Arme und wurde von ihr  geherzt. Nach der Begrüßung blickte sie sich um und suchte Onkel William, den sie vom Foto her kannte. Keiner sah so aus.
„Hoppla, kennst du mich nicht?“ scherzte Florian und wen suchst du?
„Onkel William, wo ist der?“ sprach sie zu Christinchen. „Oh der wartet in einer anderen Stadt auf dich. Wir müssen zusammen weiterfliegen. Jetzt wollen wir erst mal einen Stadtbummel machen, damit Petra, Florian und Walter die Stadt auch Kennenlernen.
Die Zeitverschiebung sollte man sofort in Angriff nehmen, damit man sich schnell daran gewöhnt.
In der Ankunftshalle war es kühl von der Klimaanlage her. Vor dem  Flughafen-Gebäude wurden sie von der Sommerluft eingefangen. Drückende Schwüle breitete sich aus. Eine heiße Dunstglocke hang über Sydney. Der Zubringer-Bus brachte sie an den Randbezirk. In einem Motel hatte Shirley Zimmer reserviert und dort wurden die Koffer deponiert.
Überall in der Stadt war es weihnachtlich dekoriert. Christinchen und Petra staunten  über Fülle von Weihnachtsangebote.
Um dem Kaufrausch zu entgehen ging Shirley mit Ihnen in den Tierpark.
Christa lernte Känguruh’s und Koala-Bären kennen. Krokodile und Flamingo, die es im Norden Australiens zu Tausenden gab. Kleine Pinguine tapsten durch das gekühlte Wasser. Shirley erklärte, dass diese auf Phillip Island lebten.
In einer Snack-Bar aßen sie eine Kleinigkeit mit dem Blick auf Sydneys’ Wahrzeichen, der Oper und der eisernen Brücke die den Hafen überspannt.
Rundherum zufrieden suchten sie das Motel auf wo sie schnell einschliefen.
Shirley erledigte ihre Sachen und zwei Tage später, als sich die kleine Gesellschaft an das Klima gewöhnt hatte, soweit es möglich war, ging es zum Flughafen zurück.
In der großen Warte-Halle war eine riesengroße Leinwand aufgehängt. Webung und Nachrichten, Kulturelles und Zeichentrickfilme wechselten sich ab.
Ein Film zeigte das Leben von der Ureinwohner von Australien den Aborigines. Petra hörte sich den Bericht genau an und klärte Christa gleich darüber auf. 270.000 Urweinwohner gibt es noch, die heute zum großen Teil noch in traditioneller Bindung in Reservationen, auf Missionsstationen oder Vierfarmen leben. Sie halten sich hauptsächlich im ordterritorium und in Westaustralien auf. Es gibt viele Stämme - die Aranda, Dieri, Loritja, Urabuna und viele mehr. Mit dem Ältesten streifen sich durch das weite Land umher. Bumerang, Speer und Gleitschleuder, die Woomera heisst, sind ihre Waffen. Sie wohnen in Höhlen und haben komplizierte Heiratsordnungen. Der reiche Mythenschatz deutet auf die Verarmung ihrer Kultur. So nach und nach passen sie sich dem Stadtleben an.
In den Nachrichten berichteten sie von Queen Elisabeth und Prinz Charles, die Australien schon öfters besucht haben. Weite Buschbrände beherrschen in den trockenen Sommermonaten das traurige Leben.
Man merkte Christa an, wie aufgeschlossen sie war. Es faszinierte sie die Ureinwohner, wie sie ohne bzw. sehr wenig Kleidung durch die Gegend streichen. „Tun sie uns nichts?“ fragte sie kindlich. Petra war davon überzeugt: „Nein, das glaube ich nicht, eher, dass sie dir helfen. Sie haben ein intensives Familienleben.“
Im Lautsprecher ertönte eine Stimme.
Der Flug nach Perth wurde aufgerufen.
Petra klärte Christa nochmals auf: „Perth wurde 1829 von Schottischen Siedlern gegründet, ist Hauptstadt und  die einzige Großstadt von Westaustralien.
Dein Onkel William hat eine große Farm. Er ist der beste Reiter in der Gegend. Seine Frau hat ihn schon früh verlassen. Seine Schwägerin die Tante Berta versorgt ihn.
Man merkte, das ist viel zu viel auf einmal für Christinchen. Shirley nahm sie auf den Arm,  wiegte sie etwas und flüsterte ihr leise was ins Ohr. Christinchen lächelte und war vor Müdigkeit,  und der immer noch in ihr herrschenden Zeitverschiebung, eingeschlafen.
Walter nahm sie ihr ab und zusammen ging es in das wartende Flugzeug.
Während des Fluges hatte Christinchen gut geschlafen und war gegen Ende putzmunter. Die Stewardess redete sie in Englisch an. Christinchen hatte in den letzten Tagen und Wochen schon viel englische Worte gelernt.
Notfalls malte sie was auf das Papier, denn schreiben konnte sie noch nicht.
Christinchen blickte in die Augen eines dunkel aussehenden Mannes: „Du, Shirley, ist das ein Abomann, so wie wir im Film gesehen haben? Wieso hat der was an?“
Shirley musste lachen, „Ja das ist ein  Aboriginer, ein Ureinwohner. Nur die in der weiten Landschaft wohnen, wo man Tagelang braucht um überhaupt dahin zu kommen, legen sie ihre Kleidung weitgehenst ab. Die meisten haben sich der heutigen Zivilisation angepasst..“
Mit Farb-Stiften  malte sie begeistert ihren ersten australischen Ureinwohner mitten ins Bild. Rundherum kamen Shirley, Walter, Petra, Florian und Onkel William mit Tante Berta. Auf einer Seite malte sie die Sonne und auf der anderen Seite Feuerzungen.
Shirley fragte sie, warum Feuer?
„Das habe ich im Film am Flughafen gesehen.“ Die Antwort war klar.
Christinchen musste die ersten Eindrücke im neuen Land  verarbeiten und da war sehr viel.
An die French-Fries hatte sie sich sofort gewöhnt. Daheim, in Deutschland, gab es ab und zu nur Pommes frites.
Am Flughafen in Perth wurden sie von Tante Berta empfangen. Die Schwester von William’s verstorbener Frau war eine ältere, rundliche Person. Ihre lustigen Äuglein waren immer gut aufgelegt. Sie schloss Christinchen sofort in ihr Herz.  „Da ist mein Christkind. Ich habe schon so auf dich gewartet. Du siehst deiner verstorbenen Mutter sehr ähnlich. Am Hals hast du den gleichen Leberfleck wie dein Vater. Das hat mir deine Oma geschrieben.“
Shirley, Walter, Florian und Petra wurden ebenso herzlich empfangen. Als wenn sie schon immer zu ihnen gehörten.
Berta sagte: „Wir fahren alle zuerst zu uns auf die Ranch. Dort habe ich für alle Gästezimmer hergerichtet. Morgen Früh bringt euch unser Chaffeur zu Eurem Haus.
Heute wollen wir alle zusammen Feiern. Ich habe William versprochen und bitte Euch nicht nein zu sagen.
Sie ließen sich überreden und schon ging der Kleinbus Richtung Ranch.
Tante Berta war in den letzten Tagen überaus fleißig gewesen. Das Haus war herausgeputzt als wenn die Hochzeit hier stattfinden würde.
Überall hingen Girlanden und Willkommensschilder: Welcome Christine.
Riesige rote Herzen  baumelten von den Dachstreben herunter. Luftschlangen flatterten an den Geländern rund um das Haus. Christinchen wurde überall mit offenen Armen empfangen. Sie hatte keine Schwierigkeiten, mit den Leuten in Kontakt zu kommen. Sie war so was wie ein kleines Sprach-Genie. Sie lernte rasend schnell die neue Heimat-Sprach.
Es half nichts. Sie mussten sich verabschieden. Schließlich war noch so viel herzurichten für die Hochzeit.
Petra und Walter waren ganz gespannt auf Onkel William. Shirley hatte ihn schon kennengelernt und war vollauf mit ihm einverstanden. Hatte jedoch Zweifel ob die beiden nicht zu alt wären für das Kind.
Ein hupendes Signal klang von der Ferne her. Tante Berta deutete in die Ferne, wo eine Staubwolke auftauchte. „Das ist Onkel William.“
Christinchen lachte: „Das ist eine Staubwolke. Woher willst du das wissen?“
Ganz einfach. Das Essen ist fertig und Onkel William weiss immer wann etwas auf dem Tisch steht. Da fährt er ganz schnell Richtung duftenden Braten.
Endlich stand Onkel William breitbeinig vor Christinchen. Seine Augen sahen lustig unter den dicken Augenbrauen heraus. Sein struppiger Bart verdeckte fast seinen Mund.
Christinchen sagte: „Unser Nikolaus hatte auch so einen struppigen Bart gehabt. Bist du Onkel William?“
Christinchen hatte die Schüchternheit abgelegt und sich sofort mit Onkel William angefreundet. Blut ist immer noch dicker als Wasser.
Onkel William nahm sie an der Hüfte, stemmte Christinchen hoch und blickte ihr direkt in die Augen: „So, du bist also Christinchen?“
Das Christinchen hörte sich aus einem Gemisch von mehr Englisch und wenig deutschen Brocken richtig lustig an.
Er nahm sie auf seinen Arm, begrüßte die restliche Gesellschaft und überredete sie alle doch noch eine Nacht hier zubleiben. „Damit Christinchen sich schneller eingewöhnt. Dann habe ich gehört ihr wohnt in einer kleinen Wohnung. Nachdem ihr sich so rührend um Christinchen gekümmert habt, wollte ich Euch ein Angebot machen: und zwar, wir wären stolz darauf für Euch die Hochzeit hier auf der Farm „Wilde Horse“ auszurichten. Christinchen würde sich über Eure Gesellschaft freuen, Petra und Florian könnten im Gästezimmer schlafen, damit Shirley und Walter mehr Zeit zum vorbereiten haben. Petra würde Christinchen die Eingewöhnungszeit wesentlich erleichtern.“
Zu Shirley gewandt: Du sprichst mit deinen Eltern die genau wie Du nicht weit weg von unserer Farm „Wilde Horse“ wohnten.
Nach langem Beratschlagen stimmten sie ein und nahmen das Angebot an.
Florian gefiel es sofort auf der Farm „Wilde Horse“ und hatte sich mit den Pferden angefreundet.
Sofort war er verschwunden und nur noch im Stall aufzufinden.
An diesem Abend gab es auf der Farm „Wilde Horse“  ein riesiges Willkommensfest mit Spanferkel und Grillwürstchen. Florian entdeckte das Spanferkel hinten bei der Sommerküche, wo der Knecht den Drehspieß bediente.
Tische, Bänke und Stühle waren schon aufgebaut.
Petra kam nicht mehr aus dem Staunen heraus. Wer kommt denn da noch alles?
„Och“ meinte Onkel William: „So ungefähr die halbe Umgebung. Schließlich sieht man sich nicht alle Tage und sie wollen alle mein Christinchen willkommen heißen. Da ist es Tradition eine Grillparty zu veranstalten. Die Farmen liegen weit auseinander und Feste sollte man Feiern wie sie fallen.“
Shirley und Petra halfen mit, damit es ein voller Erfolg wurde. Zwei Farmers-Frauen waren frühzeitig angekommen um ebenfalls das Fest zu gestalten. Jede hilfreiche Hand war willkommen. Tante Berta führte gekonnt das Regiment und ließ sich das Zepter nicht aus der Hand nehmen.
Florian und Walter ritten mit den Pferden und den Pflegern  aus um die Gegend zu erkunden.  Pünktlich gegen Abend waren sie wieder zurück.
Onkel William hatte sich für den Rest des Tages freigenommen und kümmerte sich nur um seine Chrisy. Chrisy fühlte sich rundherum wohl. Wurde verwöhnt wie nie zuvor. Plapperte ununterbrochen von Gott und der Welt. Zwischen Onkel William und Chrisy entwickelte sich ein zartes unreissbares Band.
Onkel William suchte ein Pony aus, das er Chrisy zur Begrüßung schenkte. Chrisy hatte keine  Angst vor großen Tieren und so war Onkel William erst recht stolz auf sie.
Gleich neben der Sommerküche befanden sich verschiedene Ställe. In einem waren Windhunde untergebracht. Ein kleines Welpen wackelte auf unsicheren Beinen durch die Gegend. Chrisy nahm es auf den Arm und hinter dem Holzverschlag tauchten noch zwei Welpen auf. Chrisy war vollaufbeschäftigt.
Onkel William konnte sie nur mühsam von den Tieren trennen. Chrisy war überglückliche. Zuerst ein Pony, dann ein Windhundwelpen und zum Schluss bekam sie noch ein Häschen geschenkt. Sie taumelte von einem Glücksgefühl ins andere.
„Komm, Chrisy, wir wollen zum Grillfest gehen. Schließlich bist du die Hauptperson. Lauf zu Petra, sie soll dich umziehen. Die Jeans kannst du morgen wieder anziehen.
Petra steckte sie in die Wanne und schrubbte sie gründlich ab. Chrisy legte sich auf das Sofa während Petra sich fertig machte.
Sie erzählte alles was sie Tagsüber erlebt hatte. Petra kam kaum zu Wort. So kannte sie Christinchen gar nicht. Scheu war sie in Deutschland und hier wuchs sie aus sich heraus. Dass sie so viele Freunde gefunden hatte sprach für sie.
Fein herausgeputzt trafen die Gäste ein. Mit Pferd und Wagen, Jeep oder rasantem Sportwagen. Erlaubt war, was gefällt.
Onkel William stand mit Christinchen am Empfangstisch. Tante Berta brachte als erstes Geschenk ein Blumenkränzchen, dass Chrisy’s Gesicht mit Schönheit untermalte.
Die Sonne schickte ihre warmen Strahlen auf die Menschen nieder und versank ziemlich spät in ein glutrotes Wolkenmeer.
Eine kleine Gruppe hatte die Instrumente poliert und spielte auf.
Nach dem Essen wurde kräftig getanzt.
Shirley tanzte mit Walter ausgelassen. Florian hatte sich ein junges Mädchen ergattert, die vom Nachbarfarm kam, der gut und gerne zehn Kilometer weit weg lag. Ohne Jeep oder  Pferde wäre da nichts zu machen.
Ein junger Bursche kam ziemlich spät an. Er winkte Onkel William zu und verschwand im Haus. Petra blieb wie angewurzelt stehen. Der junge Mann sah gut aus. Ihr Blick heftete sich auf die Haustüre. Sie ging nicht mehr auf.
Rätselhaft riss sie sich los und ließ sich von einem Farmerjungen zum Tanz führen.
Die Musik legte eine Pause ein. Der junge Mann brachte Petra zum Tisch zurück. Da stand der junge Mann neben Tante Berta und unterhielt sich mit ihr.
John bewegte sich im unhörbaren Rhythmus  mit Chrisy, die mit ihm schäkerte.
Petra betrachtete sie aus sicherer Entfernung bis Chrisy entdeckte.
„Petra komm her, das ist John, er hat mir den nächsten Tanz versprochen.“
 John zuckte die Schulter: „Versprochen ist versprochen.“ Und leise flüsterte er Chrisy  etwas ins Ohr. Chrisy nickte und sie gingen bei auf Petra zu.
Formvollendet  machte er mit Chrisy zusammen eine Verbeugung vor Petra.  Sie wurde rot, obwohl sie gar keinen Grund dazu sah. Die Musik begann wieder zu spielen. Chrisy erhielt ihren Tanz, der genau eine Minute dauerte und dann sprang sie davon, winkte Petra: „Ich muss schnell mal, kannst du John tanzen?“ und weg war sie.
Petra ließ sich wie in Trance auf die polierten Bretter führen. Sie war vollständig verzaubert.
Sie sah und hörte nur noch schwirren um sich und wurde erst wach als Walter sie rüttelte: „Petra es wird Zeit, du solltest Chrisy ins Bett bringen.“
Petra war perplex. Die Zeit war so schnell vergangen. Das hätte sie nie gedacht. Chrisy und die ganze Welt um sich herum hatte sie vergessen.
John begleitete die beiden Damen ins Haus und brachten Chrisy zusammen ins Bett. Sie hopste fröhlich herum und war gar nicht müde. Am Nachtkästchen entdeckte sie das Bild von Oma. Nahm es in den Arm und redete kurz mit ihr.
Petra legte ihr die Puppe in den Arm  und daraufhin schlief sie  schnell ein.
John umarmte Petra und wollte sie Küssen. Petra sträubt sich sanft. „Nicht hier.“
John begleitete sie hinaus und dort waren beide nicht mehr zu halten.
Die Liebes-Göttin  schüttelte ihr ganzes Glück über beide aus.
Sie traten aus dem Haus, wo sie beinahe mit Walter zusammenstießen. „Hoppla was sehen meine braunen Augen? Wer ist das Petra?“
„Das ist John, ich habe ihn beim Tanzen kennengelernt. Mehr weiß ich auch nicht.“
John nahm Petra zärtlich in den Arm: „Und wer bist Du?“ zu Walter gewandt. „Ich denke ich stelle mich zuerst vor. Ich bin John der Enkel von Tante Berta und arbeite hier auf dem Hof als Reitlehrer.“ Er reichte Walter die Hand: „Ich bin Walter der Bruder von Petra und sind kommen aus Deutschland. In drei Wochen werde ich Shirley aus Perth heiraten.
John ging ein Licht auf. „Dann fehlt nur noch Florian, das ist euer kleiner Bruder.“
Grandma hat mir von euch erzählt, ich komme gerade von Darwin mit dem Flugzeug. Ich war auf einer Versteigung. 
Hat mich gefreut, dich kennen zulernen. Wenn ich helfen kann sag es nur.“ Und zu Petra gewandt: „Komm wir wollen tanzen. Um Mitternacht ist die Party zu Ende, das gehört zum ungeschriebenen Gesetz der Farmer. Morgen kommt ein harter Arbeitstag auf uns zu.“
Die Feier war erfolgreich, der Abschied schwer. Petra und John trennte die Hauswand, da John im Gästehaus schlief. Petra träumte mit offenen Augen, ebenso John.
Beim Frühstück saßen alle pünktlich um den Tisch. Onkel William hatte Chrisy als Nachbarin. Man plauderte gelöst.
Shirley und Walter hatten die Koffer im Auto verstaut und verabschiedeten sich. „Wir sehen uns bald.“ John brachte sie in die Stadt.
Petra kümmerte sich um Christy und Florian hatte auf der Ranch viel zu tun.
Schon nach wenigen Tagen wollte Florian nicht mehr nach Deutschland zurück. Onkel William bot ihm eine Stellung an und erledigte für ihn die Formalitäten, damit er hier für ein halbes Jahr arbeiten konnte.
Petra ging das viel zu schnell.
Sie hatte sich in John verliebt, war jedoch zwischen Deutschland und Australien hin und hergerissen und  reiste wie geplant nach Deutschland zurück.
Der Hochzeitstag kam und  wurde im großen Stil gefeiert. Christy durfte ihr Braut-Jungfern-Kleid anziehen und Blütenblätter vor dem Brautpaar streuen. Die Sonne lachte vom Himmelszelt. Die Hochzeitsreise wollten beide erst nach Heilig Abend antreten.
Die Weihnachtsgeschichte:
Teil 2
Der Sandsturm
© Brigitte Obermaier, München, 2001-12-18
Schweren Herzens reiste Petra im neuen Jahr wieder ab, sie musste Chrisy und John zurücklassen. Sie versprach so schnell wie möglich wieder zurückkommen.
Chrisy kam in den Vorschulkindergarten und lernte die Sprache des Landes. Lernte die Kultur und den Brauchtum kennen.
Cousin John, wie sie ihn nannte, brachte sie morgens hin und holte sie gegen drei Uhr jeden Tag ab.
Wenn Onkel William Zeit hatte brachte er Chrisy selbst hin.
Tante Berta dagegen holte sie öfters ab. Sie verband das mit Einkaufen im großen Supermarkt, damit die Lebensmittel nicht ausgingen.
Wenn sie durch die Gegend fuhren, prägte sie sich diese gut ein.
Da der dicke Baum.
Da der kleine Hügel.
Das trockene dornige Gebüsch neben dem ausgetrockneten Flussbett.
Immer wieder wurde sie ermahnt, wie auch Florian, was man alles in der freien Natur beachten musste.
Im Juni war der Winter über sie durch Sturm und Hagel hereingestürmt.
Der Wind fauchte um die Ecke.
Das dauerte nicht lange und das Land erstarrte unter der Trockenheit.
Die Risse im Boden wurden größer. Der Boden war sandig gelb.
Sie hatte im September ihren sechsten Geburtstag und dazu durfte sie alle Kinder vom Kindergarten einladen.
Es war eine ausgelassene Feier.
Florian und John waren heilfroh, als sie den Kindergarten-Job endlich ablegen durfte. John hatte sich als Clown angezogen und faxen gemacht. Florian war der Zauberer. Seine Arbeitserlaubnis wurde verlängert und so musste er nach Deutschland nicht zurück.
Sie bekam viele Geschenke und war nur einmal kurz traurig, als sie an Oma und Petra dachte.
Oma konnte nicht mehr kommen, Petra jedoch schon und darüber wollte sie sich freuen.
Fast ein ganzes Jahr lebte Chrisy bei Onkel William. Die nächste Weihnachtszeit hatte sich angekündigt.
Petra hatte versprochen zu kommen, jedoch gestern kam ein Brief, sie musste die Reise um eine Woche verschieben.
John war traurig. Er sehnte sich nach ihr.
Chrisy tröstete ihn soweit es ging. Er erzählte ihr wie es in Deutschland war, als John Petra besucht hatte.
Chrisy versuchte die Vergangenheit aufzufrischen. Immer mehr verblasste sie. Das heisst sie hat niemanden vergessen.
Nur sie konnte es sich nicht vorstellen.
John hatte Fotos gemacht und ihr gezeigt. Da viel er einiges zur Umgebung ein.
An einem Freitag: Shirley und Walter waren in der Stadt. Florian war mit John unterwegs um das Geschäft eines Farmers zu erlernen.
Onkel William musste sich um die Pferde kümmern da eines krank war. Tante Berta war auf der Nachbarsfarm und half einem neuen Erdenbürger an das Licht der Welt.
Christy war allein. Sie tobte mit den Welpen umher. Knuddelte ihren Hasen und beschloss auf Erkundungstour zu gehen.
Ein kleiner dreijähriger Schäferhund begleitete sie überall hin. Sie gab ihm den Namen Bello. Bello so hieß der Nachbarshund in Deutschland. Deutschland, München, das war so weit weg.
Es gab keine Berge in Australien, alles war flach. Soweit das Auge reichte – flach.
Jetzt fuhren sie bestimmt im Englischen Garten den Monopterus mit dem Schlitten hinunter. Schnee, was war Schnee. In der glühenden Sommer-Hitze schmolz der Schnee zu einem See.
Sie konnte sich den Schnee nicht mehr vorstellen. Sie zog ihren Badeanzug an und ging zum Schwimmingpool. An einem Ende hatte Onkel William eine Plattform anbringen lassen, damit sie ungefährdet schwimmen konnte. Ins tiefe Wasser ging sie nicht hinein, davor hatte sie zuviel Respekt.
Bello hatte daneben einen kleinen Schwimmteich für sich, worin sich zumeist Enten und Vögel tummelten.
Christy zog ihre geliebte Jeans an und einen kurzärmeligen Pulli.
Sie bummelte mit Bello über den Hof. Die Arbeiter munterten sie auf und lächelten ihr zu. Mehr oder weniger verstand sie die Sprache. Was mit Worten nicht geklärt werden konnte, machte sie mit Gesten wett. Es klappte wunderbar.
Wieder wurde es ihr langweilig.
Geschwommen war sie heute.
Mit den Hasen hatte sie gespielt.
Mit den Welpen hatte sie gespielt.
Im eigens für sie erbauten Sandkasten hatte sie gespielt.
Sie beschloss die Umgebung zu erforschen. Onkel William und Tante Berta haben sie ausdrücklich gebeten innerhalb der Farmer-Grenze zu verweilen.
Die Neugier war größer. Draußen war das weite Land. Wenn sie vom Balkon runterschaute konnte sie weit dahinten den dicken großen Baum ausmachen. Den wollt sie besuchen. Außerdem sind sie schon so oft mit dem Auto daran vorbeigefahren. Es war ihr Baum. Sie hatte ihm einen Namen gegeben.
„Abu-Baum.“
Sie zog ihre festen Schuhe und ihre Ringelsöckchen an, die Jeans und ein kariertes Hemd. Das Tuch legte sie in Dreieckform, so wie sie es von John gelernt hatte, und band es um den Hals.
Im Kinderzimmer suchte sie ihren kleinen Rucksack von Deutschland hervor.
In der Küche tat sie eine Flasche Wasser hinein und Obst und paar abgepackte Würstchen. Sie hörte wie Onkel William zu Florian sprach: „Versprich mir, wenn du ins Outback reitest, nimm immer eine Flasche Wasser, Traubenzucker und was zu Essen mit. Feste Schuhe und das Tuch sind selbstverständlich.“ Chrisy hatte immer gut aufgepasst.
Sie trat vor die Haustüre und zwickte die Augen zusammen. Die Sonne blendet, dachte sie und ging zurück um einen Sonnenhut zu holen. Den ganz großen, den liebte sie, darunter konnte sie sich gut verstecken. Bello spielte am liebsten mit dem roten Band.
Sie sah nochmals an sich herunter, überprüfte den Rucksack und machte sich auf den Weg.
Bis zur Farmers-Grenze war das alles kein Problem. Obwohl, das für ihre Beinchen schon ein weiter Weg war. Frisch gestärkt wie Chrisy war, gab es für sie keine Probleme. Außerdem begleitete sie Bello, ihr treuer Freund.
Mit ihren festen Schuhen wirbelte sie kleine Staubwölkchen von der Landstraße auf.
Bello freute sich über den Ausflug und sprang neben ihr her. An der Leine brauchte er nicht geführt werden, da er Chrisy niemals von der Seite wich.
Das größte Problem war abends, wenn Tante Berta es nicht merkte, schmuggelte sie Bello unter die Bettdecke.
Leider schaut sie immer nach und Bello musste vor der Türe schlafen. Er sollte mal ein richtiger Wachhund werden. Onkel William zweifelte daran, ob das gelingen wird.
An der Farmers-Grenze saßen die Vögel auf den Zaunpfosten und zwitscherten in den blauen Himmel hinein.
Kein Wölkchen war zu sehen. Das Flussbett wand sich durch die Landschaft und sah genauso gelb aus wie die Landstraße. Das Wasser war bereits versickert. Die Erde rissig.
Zum ersten Mal, dass Chrisy alleine auf der Landstraße ging. So wie das Kind, das sie in der Kinderstunde im Fernsehen gesehen hatte. „Der kleine Bub war dumm gewesen“, sagte Chrisy laut zu Bello, „stimmts? Der hatte kein Wasser und nichts zu essen mitgenommen und wollte alleine zu seiner Mama in die weite Stadt. Ich mache das nicht, ich gehe nur bis zu dem großen Baum da vorne. Das ist nicht so weit und ich kann schnell wieder nach Hause laufen.“
Bello bellte kurz auf, als wenn er ihre Aussage bekräfitgen woltle.
Sechs Jahre alt war sie im September geworden. Onkel William hatte gesagt: „Du bis mein großes Mädchen“.
Chrisy fühlte sich ebenso groß wie ihr dicker „Abu-Baum“.
Sie hatte den Baum vor Augen und zeigte Bello den Weg. „Hier schau Bello, wenn wir unter meinem dicken „Abu-Baum“ sind machen wir Brotzeit. Ich habe für dich extra eine Portion Wasser mitgenommen. Das hat Onkel William nicht gesagt, aber ich weiss dass du Durstig bist.“
Die Landstraße war uneben. Kleinere bis größere Löcher  waren keine Seltenheit. Das merkte man, wenn man mit dem Auto versehentlich in eines hineinfährt. Wenn man läuft, geht man einfach außen herum.
Chrisy war bei ihrem dicken Baum – ihren „Abu-Baum“ angekommen.
Daneben war der kleine Hügel und das trockene dornige Gebüsch, gleich neben dem ausgetrockneten Flussbett.
Chrisy suchte Schatten unter dem Baum, der auf einer Seite seine Äste bis zum Boden geneigt hatte. Von der Straße aus konnte man nicht durch das Gebüsch und den Baum durchsehen, jedoch gab es da viel Schatten.
Chrisy breitete  ihre kleine Tischdecke aus und legte die mitgebrachten Köstlichkeiten aus. Sie betrachtete alles und beschloss, bevor sie den Rückweg antreten wollten ein paar Kleinigkeiten zu essen. Bello bekam sein Wasser und Chrisy biss in einen Apfel hinein.
Laut sprach sie: „Bello, du passt auf und ich ruhe  mich etwas aus.“
Chrisy legte sich auf die Decke und betrachtete den wolkenlosen hellblauen Himmel. „Oh, da kommt doch ein kleines Wölkchen. Die sieht aus wie eine Ente. Jetzt wird sie immer länger wie ein Flamingo zieht sich die Wolke auseinander. Jetzt zieht sie sich in die Breite und teilt sich.“
Fasziniert sah Chrisy  die wandernden und bewegten Bilder und schlief ein.
Bello passte gut auf. Er kuschelte sich eng an Chrisy heran und machte ebenfalls ein Nickerchen.
Jemand stupste Chrisy an.
Sie machte die Augen auf und sah in ein wettergegerbtes Gesicht.
„Oh, wer bist du? Ich habe dich noch nie gesehen.“
Es war ein Eingeborener. Er verstand nicht was Chrisy sagte. Die Farmer in der Umgebung verstand er schon.
Chrisy verstand nicht, was er sprach.
Daraufhin machte der Eingeborene  eine Deutung in die weite Ferne.
Chrisy sah in Richtung seines Fingers  und erschrak.
Jetzt verstand sie, was er meinte.
Das konnte nur ein Sandsturm sein, Man konnte die Farm in der Ferne nicht mehr erkennen, es sah alles so zerzaust  und gelblich aus. Das konnte nur was böses bedeuten, hatte einmal  Tante Berta gesagt, wenn der Sandsturm kommt, geht man am Besten sofort ins Haus.
Schnell packte sie alle Sachen in ihren Rucksack zusammen. Bello sprang um beide herum und bellte unaufhörlich.
Der Sandsturm hielt nicht an, er rückte immer näher heran.
Chrisy kam in Panik. Die Landstraße wurde vom Wind verschluckt und sie wusste nicht mehr in welche Richtung sie gehen sollte.
Sie fing zu weinen an.
Bello hörte nicht zu bellen auf.
Der Aboriginer nahm Chrisy bei der Hand. Endlich fiel ihr ein, dass sie Jimmy schon mal gesehen hatte. Das war auf der Farm, er hatte Onkel William bei irgendwas geholfen. Zuerst war sie ängstlich, doch dann hoffte sie, dass er ihr weiterhelfen kann.
Der Eingeborene zeigte mit dem Finger auf sich und sprach: „I’m Jimmy“
Oh, dachte Chrisy der spricht englisch, darum hat er mich nicht verstanden. Ich habe bestimmt nur deutsch gesprochen und sagte nun: „I’m Chrisy.“
Onkel William hatte zu ihm Jimmy gsagt und die Eingeborenen haben andere Namen wie die Australier. Jimmy das war Englisch. Sie machte sich keine weiteren Gedanken und ging mit Jimmy mit. Gleich beim nahegelegenen Hügel machte Jimmy halt und deutete, dass Chrisy sich setzen sollte.
Er ging einmal um den Berg herum und nahm beim zweitenmal Chrisy mit.
In einer kleineren Höhle drängten sich beide zusammen hinein und Jimmy zog sich ein Tuch über den Kopf. Chrisy nahm ihr Tuch und tat es ihm nach.
Sie verstand, dass das gut gegen den Sandsturm ist. Jimmy stand noch einmal auf und rollte den dicken großen Ast vor die Höhle und band an einem Ende ein rotes Schleifenband, das er im Rucksack gefunden hatte, daran.
Nun nahm Jimmy ihre Tischdecke und verhängte notdürftig den Eingang. Starke Äste spreizte er mit dem Tuch dagegen.
Es dauerte ein paar Minuten da fing der Wind zu singen an. Schauerlich drang der Ton durch die Tücher hindurch. Sie fühlte sich trotz der Geräusche bei Jimmy wohl.
Das Singen wurde lauter und wurde durch lautes Brüllen ersetzt. Das gefiel Chrisy überhaupt nicht. Der Sturm rüttelte an dem Tuch. Der Sand flog und peitschte durch die Luft.
Chrisy fing wieder zu weinen an.
Jimmy beschützte sie und versuchte die Tischdecke über sie zu ziehen.
Dadurch war der Höhlen-Eingang offen und der Sand konnte ungehindert eindringen.
Wie lange das dauerte wusste Chrisy hinterher nicht zu sagen, nur auf einmal war es ganz still, totenstill.
Sie machte die Augen auf, zog das Tuch vom Kopf und sah nur noch Sand um sich. Der Sand lag um sie herum und bedeckte die Beine von ihr und Jimmy bis zu den Hüften waren sie eingegraben.
Sie wollte aufspringen, woran Jimmy sie hinderte. Er deutete auf den Mund: Psst und zog sich das Tuch wieder über den Kopf. Chrisy machte das gleiche und der Sandsturm wirbelte noch einmal alles kräftig mit Gebrüll auf.
Das dauerte höchstens eine Minute, dann kam Leben in Jimmy. Er buddelte sich mit Chrisy frei und stand nun in der Höhle. Sein dunkles Tuch war um die Hüften geschlungen und war überall mit Sand bedeckt. Jimmy wischte Chrisy vorsichtig die Augen aus.
Bello, wo war Bello. Er jaulte unter einer Sandschicht. Schnell wurde der Sand weggeschoben. Chrisy von oben, Bello von unten, dann konnte sie ihn in den Arm nehmen.
Als nächstes suchte sie ihren Rucksack. Nachdem der keine Stimme hatte, dauerte es etwas länger bis sie ihn fanden.
Der Himmel strahlte sein sauberstes Blau vom Himmelszelt herunter.
Außer Sandspuren war nichts mehr vom Sturm zu erkennen. Sand überall.
Der Sandhügel vor der Höhle war unüberwindbar fürs erste, dachte Chrisy. Und wollte hinaufkrabbeln. Die feinen Sandkörnchen gaben nach und sie rutschte wieder nach unten.
Onkel William und Tante Berta hatte sie ganz vergessen. Hoffentlich werden sie nicht zu stark schimpfen, sie hatte nicht Bescheid gegeben wohin sie gegangen ist.
Was nun?
Währenddessen fanden sich die Familienmitglieder auf der Farm ein. Jeder der kam wurde gefragt, ob er Chrisy mitgenommen hätte. Jeder dachte sie sei beim Anderen.
Chrisy!
Beunruhigt liefen die Menschen wie aufgeschreckte Hühner umher.
Chrisy!
Florian war der Erste der sagte: „Bello ist auch weg!“
Chrisy, Bello!
Keine Antwort.
Tante Berta ging in das Kinderzimmer und schaute nach, was fehlte: Der Rucksack, die Wasserflasche, das Tuch und ihr rotes Haarband. Jeans und karierte Bluse.
Onkel William teilte die Mannschaft nach Planquadraten ein, damit jeder eine direkte Aufgabe hatte.
Nach kurzer Zeit kamen sie zusammen und berichteten, dass sie Chrisy nicht gefunden hatten.
Wiederum war es Florian, der fragte was Chrisy wohl mit dem Rucksack vorgehabt habe?
Sie weiteten die Suche außerhalb der Farm aus. Die Windhunde und die beiden Schäferhunde sollten suchen helfen.
Tante Berta beschloss die Landstraße abzuklappern, die Anderen wurden wiederum nach Planquadraten eingeteilt.
Tante Berta ging mit offenen Augen dahin und hatte den Schäferhund dabei.
Überall türmte sich der Sand auf.
Lauter kleine Hügel hatten sich gebildet.
Der Schäferhund zog an der Leine und lief mit Tante Berta Richtung dicken Baum.
Da fiel ihr ein, dass Chrisy gesagt hatte, dass sei ihr Baum der „Abu-Baum“.
Hoffentlich hatte sie dort Schutz gesucht.
Der Schäferhund ging ohne Umwege auf den dahinterliegenden Hügel zu.
Wau, wau – bellte der Schäferhund und wau, wau kam es ziemlich leise hinter dem Hügel hervor.
Tante Berta rief laut: Chrisy – Bello.
Da drang die piepsige Stimme von Chrisy hervor. Tante Berta wir sind in der Höhle eingesperrt, kannst du uns helfen.
Tante Berta war erleichtert und stellte noch ein paar Fragen und sagte dann:
„Du bleibst ruhig dort sitzen und ich hole Onkel William und die Leute zu Hilfe.“
Sie lief so schnell es ihre Beine erlaubten Richtung Farm und traf als erstes auf Florian. Der Pfiff kräftig durch die Finger und gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Hügel.
John hatte sich den beschwerlichen Weg durch das Sandungetüm erkämpft und rief laut. Chrisy und Jimmy und Bello sind OK Wir warten bis der Traktor den Sand weggebracht hat.
In der Zwischenzeit kam von der großen Stadt ein Auto gefahren. Mühsam kämpfte es sich durch Sanddünen die den Weg versperrten.
Beim großen dicken Baum hielt er an und Petra, die vom Flughafen kam, entstieg dem Taxi.
Sie sah dass alle versammelt waren und war über den Sturm schon informiert.
Da sah sie wie John mit Chrisy auf dem Arm ihr entgegenkam. Hinter kam Jimmy und hatte Bello auf dem Arm.
Vor lauter Freude, dass Chrisy nichts passiert war, bekam sie keine Schelte.
Chrisy war darüber sehr froh und versprach bis zum Weihnachtsfest sehr artig zu sein und meinte: „Bitte nichts dem Nikolaus verraten.“
Onkel William bedankte sich bei Jimmy, der so tapfer die kleine Chrisy vor dem Sandsturm gerettet hat.
Am Heilig Abend lag für Jimmy ein extra großes Paket unter dem Weihnachtsbaum. Chrisy hatte eine Karte für ihn gemalt und gesagt: „Zuerst packst du das Weihnachtsgeschenk aus, dann nimmst du es mit und wir gehen in den Pferdestall. Dort kannst du dann deinen neuen Sattel auf dein eigenes Pferd legen. Onkel William und Tante Berta haben gesagt das Pferd gehört dir alleine.“
Petra und John waren glücklich, das ihrer Chrisy nichts passiert war.
An diesem Abend fragte John: „Wollen wir Chrisy, Du und ich, adoptieren?“ Petra sagte sofort: „Ja, ich will!“
Daraufhin nahm John Chrisy auf den Arm und sagte ganz ernst: „Willst du mich heiraten und für Chrisy eine gute Mutter werden?“
Überglücklich nahm Petra die beiden in die Arme. Onkel Wiliam und Tante Berta waren bereits von John eingeweiht und hatten dem zugestimmt.
Chrisy tanzte um die beiden herum und rief ganz laut: „Jetzt habe ich eine Mutter und einen Vater, so wie all die anderen Kinder.“



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