DEZEMBER 2001GEDICHTE VON ZAUBERBLUME

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Das Advent-Jesuskind wird gereicht
© Brigitte Obermaier, München,  1998-12-04
Im 19. Jahrhundert, vor ganz langer Zeit
Da war eine Gemeinde bereit.
Zur Weihnachtszeit ganz bestimmt.
Bekommt je eine Familie das Christkind.
Am ersten Tag wie im Adventskalender.
Kam das Jesuskind zum ersten Spender.
Eine Bauern-Familie vom hohen Stand.
Kleidete es in edlem Gewand.
Am nächsten Morgen so gegen Zehn.
Durfte das Jesuskind weiterziehn.
Es kam bei einer warmen Stube in die Ecke.
Damit man es nicht aufwecke.
Am dritten Tage ganz geschwind.
Kam es zu einer armen Familie, das Kind.
Sie hatten nur Liebe zu geben.
Gaben ihr letzte Brot zum Leben.
Ob arme Leute oder reich.
Das Kindlein wurde weitergereicht.
Täglich wechselte es seinen Ort.
Jeder hatte für’s Christkindl ein gutes Wort.
24 Familien taten sich zusammen.
Erwärmten die Seele und das Verlangen.
Nach Frieden und Eintracht, sei bereit.
Oh du fröhliche Weihnachtszeit.
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Dämmerlicht
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-02
Dämmerlicht überm Ackerland.
Weit und breit die Einsamkeit.
Schneedurchglänzende Nacht.
Friede für alle weit und breit.
Ein Rauschen kommt vom Waldesrand.
Der Wind hat den Sturm verloren.
Weit fort in Bethlehem.
Christ war in dieser Nacht geboren.
Leise tönt der Glockenklang.
Vom Dorfe hier herüber.
Wandert  mit Waldesruhe zum Empfang.
Der Nebel zieht auf. Wird trüber.
Die Realität erleben wir mit bedacht.
Jedes Jahr das Weihnachtswunder.
Ein helles Leuchten in dir erwacht.
Von Herzen kommen die Weihnachtslieder.
Engel der Unsichtbarkeit
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-02
Der Volksglaube lässt erstehen.
Heilige als Figuren zu sehen.
Woran erkennt man einen Engel?
Gedanken machten sich die Denker.
Einen weißgekleideten Mann.
Sehen wir als göttlichen Engel an.
Mit langem wallenden Gwand.
Sie mal den Hl. Michael an.
In der Bibel ist von Engeln die Rede.
Als Gottes Bote wirken diese edel.
Eine himmlische Nachrichtenüberbringung.
Eine Forderung und Verheißung.
Das wäre der Schutzengel, er gibt acht.
Der die Kinder und Leidenden bewacht.
Anschaulichkeit  und Begreiflichkeit.
Erfolgt durch die Unsichtbarkeit
Gibt es gute oder böse Wesen.
Zwischen Himmel und Erde, wir sind belesen.
Gibt es Geister und Dämonen, wir wollen nicht hoffen.

Die Frage nach Engeln bleibt weiterhin offen.

 

 

Was schenke ich Jenny 
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-05
 
Teil 1
Du suchst eine Idee.
Für Jenny Ellwers oder wie schreibt man dee.
Den Kopf habe ich mir zerbrochen.
Nach Parfüm hat sie schon gerochen.
Unterwäsche hat sie voller Reiz.
Für die Bilder in jeder Zeitung ohne Geiz.
Einen Ring - oh nein.
Da fällt man nur darauf rein.
Schenk ich was für ihre Frisur?
Oder lieber was für ihre Figur?
Ein Gedicht mit Bitten und Fragen?
Nur im flüsternden Ton aufzusagen?
Hosenanzug oder ein Snowboard?
Bei der Schiffsreise fällt sie von Bord.
Die Flugreise wohin? Ins Ungewisse?
Mit der Untertasse in den Weltraum schiessen?
Atlantis liegt unter Wasser.
Sie will nicht schwimmen, wird nur nasser.
Ich überlege weiter ganz geschwind.
Was schenk ich diesem blonden Kind?
Denk ich an ihr Sexprofil.
Fällt mir ein viel zu viel.
Einen Schleckerbazi oder einen Mops?
Eine Krawatte für den nicht vorhandenen Knopf?
Ein Verhüterli mit Löcherli?
Das bekam sie schon von Alex-ili!
Einen Zauberstab wie von David Copperfield.
Das wäre viel zu gezielt.
Genervte Verkäufer beraten mich.
Der Glühwein ist zu lau für mich.
Ein weißes Kleid, sie wird keine Braut.
Einen Pelz für die zarte Haut?
Ja da fällt mir was Originelles ein.
Ihre tollen Brüste mit ihren zarten Knospen.
Süß wie diese beim Laufen hopsen.
Ich empfehle diese im kalten Winter zu bedecken.
Ich denke so an 2 cm Pelz-Teller zum Necken.
Pelz gibt es in Nerz oder Eichhörnchen-Fell.
Kein Seehund, besser ein Synthetik-Modell.
Auf alle Fälle in passender Farbe sollen liebkosen.
Jenny’s weibliche, zarte Knospen.
Wie befestigen ohne Missgeschick?
Da haben die Frauen einen eigenen Trick
Nun dann mach die auf den Weg.
Sonst wird es für dich viel zu spät.
Langsam kommt die Wahrheit an den Tag.
Jenny oder wie immer sie heissen mag.
Ob männlich ob weiblich, ganz egal.
Lieber Moderator du hast die Wahl.
Ich bleibe bei meinem Vorschlag, ach schau.
Jenny, die du meinst, ist eine kluge Frau.
Oder wen meinst du wirklich, mir wird klar.
Begib dich bei „Deiner“ Jenny nicht in Gefahr.
Mein Vorschlag bleibt bestehen.
Für eine hübsche Frau kann es nichts schöneres geben.
Zart und weich der Pelz und   anschmiegsam.
Nun bist du wieder zum Überlegen dran.
Pelz, das erkannte Valentin schon genau.
Ideal für Winter-Zahnstocher oder für eine hübsche Frau.
Papp Masche Krippe der 4 c
© Brigitte Obermaier, München, 2001-12-19
Es gibt da ein Krippenspiel.
Dass der Klasse  4 c besonders gefiel.
Sie spielten es jedes Jahr.
Mit Jungschauspielern das ist klar.
Mit Phantom der Oper wird es verglichen.
Sich massig verschiedene Fehler einschlichen.
Pastor Müller ist schier am verzweifeln.
Doch sie übern weiter ganz fleißig.
Sankt Bimbam glockenhell stellt die Kulisse.
Aus Papp-Masche auf  einer Papp-Klippe.
Gekrümmte Äste formen die Krippe.
Gefüllt mit Stroh steht es in der Mitte.
Strubbel-Klaus wird der abweisende Gastwirte.
Stotter-Otto ist der erste Hirte.
Lumpen-Max in Fetzen gehüllt.
Ebenfalls eine Hirten-Rolle erfüllt.
Ich muss noch den lustigen Hirten-Hans nennen.
Alle drei auf  kaltem Kirchenboden pennen.
Sie kommen erst später zum üben dran.
Man fängt zuerst mit dem Hauptdarstellern an.
Maria in blauem Frottee-Tuch.
Der Josef wird vom Pfarrer gesucht.
Du kommst zu spät, geh hinauf, zack zack.
Mit deiner Zottel-Robe aus braunen Kartoffelsack.
Julchen mit ihren langen blonden Haaren.
Ist als Erzengel schon etwas erfahren.
Flattert in luftiger Höhe an einem Pferde-Zügel.
Prompt verliert sie ihren linken Flügel.
Fürchtet Euch nicht der Heiland ist geboren.
Quietscht der Chor unverhohlen.
Blockflöten wie selbstquälerisch es klingt.
Klein-Petra quietscht mehr als sie singt.
Zwischen den Beinen
Krabbelt herum unser Kleiner.
Die staksigen Kinder Beine stolpern.
Über Dielen-Bretter und holpern.
Das Jesus-Kind ist eine gefärbte Puppe.
Aus Plastik von der Spielzeug-Gruppe.
Ganz oben häng der gelbe Komet.
Aus gestifteter Spanplatte ausgesägt.
Pusten und prusten im Hintergrund.
Der Ochs quakt mehr aus Kindermund.
Robert ist der Ochs und Julian ganz zart.
Spielt den jaulenden Esel recht apart.
Kaspar und Melichor und Balthasar.
Die drei Heiligen Könige, ist doch klar.
Der eine ist russig im Gesicht eingeschmiert.
Gewandet in Gardinen und Tischtücher werden sie vorgeführt.
Heilige Familien-Idylle unter Palmen-Blätter.
Draußen stürmt und schneit das Winterwetter.
Nähe und Gemeinsamkeit wird gesucht.
Die Klasse  hat in der Kirche das Krippenspiel gebucht.
Kraft schöpfen
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-21
Der Beginn ist hart.
Bei Sonne, Regen und dem Wind.
Mach dich auf, nicht mehr wart’
Wir kommen dir entgegen geschwind.
Du brauchst nicht allein sein.
Beim Höhenflug, durchs tiefe Tal.
Bist du traurig, verstört und allein.
Das trifft auf viele zu, alle Mal.
Freunde suchen, nicht irgendwelche.
Denk an deine Seele und dein Herz.
Nicht diese oder den da oder solche.
Fehler machen bereitet nur Schmerz.
Mut ist ein innerer Beweis.
Angst hält dich umklammert.
Mut richtig einsetzen im Lebens-Kreis.
Damit ja keiner jammert.
Schöpfe Kraft aus dir heraus.
Sieh wie die anderen es machen.
Hör auf mich ich bin wieder frei.
Ich kann wieder Singen und Lachen.
Besuch der Christmette 2002 01 02
© Brigitte Obermaier, München,  2002-01-02
Der Wetterbericht bringt seit Anfang Dezember Schauernachrichten. Eisige Kälte wechselt sich mit Wind und strahlendem Sonnenschein ab.  Lange hat man in der bayerischen Hauptstadt darauf gewartet.
Endlich:  Ganz Deutschland wurde von Frau Hölle mit der weißen Weihnachtspracht überschüttet. Der Schnee knirsche unter den Schuhen. Man konnte  im Jahre 2001 das Weihnachtsfest im Glanze von viel und weißen Schnee genießen.
Die Wohnungen werden während der Adventszeit geschmackvoll bis kitschig geschmückt. Nikoläuse haben an den Hauswänden Hochkunjuntur.
Überall Lichterglanz.
Samstag und der vierte Advent wurde von Schneeschauern in ganz Deutschland heimgesucht. Schneeverwehungen lassen die Urlauber  ihre Fahrziele nicht erreichen. Einhundertfünfzig Kilometer stehender Verkehr war die Folge. So manch Urlauber hoffte daraufhin wenigsten in die heimatliche Wohnung zurückzukehren.
Am Weihnachtsmorgen atmeten alle auf. Es fiel zwar kein Schnee, aber die geschlossene Schneedecke belohnte alle.
Die Familie im Norden gleich hinter München beschloss, wie jedes Jahr, zusammen das Weihnachtsfest zu feiern und  die Christmette zu besuchen.
Zusammen, das hieß Vater, Mutter und die Kinder. Sie saßen am Vorabend beim Abendessen um über das Ziel zu diskutieren. Mit oder ohne Musik wurde zu Gunsten der weiter gelegenen kleineren Kirche entschieden. Vater las nebenbei seine Tageszeitung, da er den ganzen Tag keine Zeit hatte. Mit halben Ohr hörte er nur zu.
Gegen Mittag läutete das Telefon. Vater musste sich die Klagen des Vermieters anhören, dass das Wasser und die Heizkörper nicht richtig heiß wurden. Zu Festlichkeiten und an Sonn- und Feiertagen haben die Klempner entweder zu hohen Überstundenzuschlag oder gar keine Zeit.
Vater nahm die Sache selbst in die Hand. Ging in den Heizungskeller um die Sache in Ordnung zu bringen. Ein paar Schrauben hier und ein Paar Schrauben da und die Heizung gab den Geist auf.
Der Vater gab nicht auf und holte die Gebrauchsanweisung mit cirka vierhundert Seiten hervor. Setzte sich hin und fing zu studieren an.
Mutter verköstigte die restliche Familie und richtete anschließend den Weihnachtsbaum feierlich her.
Die Zeit ging rasch vorbei. Die Kinder kamen von den Freunden zurück  und man zog sich um zur Christmette.
Die Tochter stand als erstes festlich angezogen in der Türe und fragte alle drei Minuten: „Wann können wir losfahren.“
Der Sohn rief beim vorbeiflitzen bei der Schwester, dass er sich gleich ins Auto setzten will, um etwas vorzuheizen.
Mutter rief ihrem Mann, Richtung Keller, zu, dass sie bereit seien um zu fahren. „Wir warten im Auto auf dich.“
Vater hörte die Stimme nicht, da das Ventil, dass er in die andere Richtung drehte gerade zu pfeifen anfing. Ein rascher Rückwärtsdreh ein kleines Behelfspflaster drumherum und die Heizung fing wieder zu arbeiten an.
Aufatmend, dass er am Heiligen Abend ein gutes Werk getan hatte und sich eine Menge Überstundenzuschläge des Handwerkers gespart hatte ging er gut gelaunt in sein Bad. Nach dem Duschen zog er sich um und rieb sich vergnügt die Hände. Seine Frau wird stolz auf ihn sein, dass alles zu geklappt hatte.
Ein Blick in das Wohnzimmer bestätigte ich, dass alles festlich hergerichtet war.
„Hoppla.“ Sagte er laut vor sich her. „Nachdem niemand sich rührt, werden sie bestimmt schon vorausgegangen sein.“
Löschte die Lichter, sperrte die Haustüre ab und ging eilendes Schrittes, ohne links und rechts zu Blicken, den Weg Richtung nahegelegener Kirche. Er öffnete leise die Kirchentüre um im hinteren Bereich sich zu den stehenden Gläubigen hinzustellen. Seine Frau und die Kinder sah er nicht.
Nach der zeremoniellen Christmette wartete er, bis wirklich die letzten Personen, die Ministranten und der Pfarrer die Kirche verließen. Seine Frau und die Kinder hatte er nicht entdeckt. Er konnte sich das gar nicht erklären und ging den Weg alleine zu Fuß nach Hause.
Mutter und Kinder froren im Auto und so ging Mutter nochmals ins Haus zurück und suchte ihren Ehemann in allen Ecken. Die Kinder kamen ebenfalls herein und durchstöberten noch ein paar Räume und  Winkeln. Ärgerlich darüber, dass sie ihn nicht fanden, fuhren sie alleine los. Der Weg war etwas weiter, doch mit dem Auto war das kein Problem. Parkplätze gab es keine und so wären sie zu Fuß bestimmt genauso schnell gewesen. Sie waren viel zu spät dran und ein Nachbars-Ehepaar klärte sie darüber auf, dass sie den Ehemann nicht gesichtet hätten.
Die Mutter sagte zu den Kindern: „Papa ist bestimmt zu Fuß in die näher gelegene Kirche, in der wir sonst immer waren, gegangen.“
Sie fuhren nach Hause.
Kein  Vater war zu erblicken.
Bei heißem Weihnachts-Tee saßen sie um den Tisch herum, als sie den Schlüssel im Schloss hörten.
Die Tochter stand auf und klatschte Beifall: „Hei, Papa, auch schon da. Wir haben dich in der Kirche nicht gesehen.“
„Ich war in der hiesigen Kirche, so wie immer.“
„Ja Papa“ sagte die Tochter „und wir waren in der anderen Kirche, denn gestern Abend hatten wir dies beschlossen. Nur du hast leider, wie immer nur mit einem Ohr zugehört.“
RENTIER MEILINKA MIKESCH   
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-02
Meilinka  war ein geduldiges weibliches Rentier. Rentier Mikesch stobte ungestüm durch die Landschaft und außer dass er neugierig war, ziemlich ungeduldig.
Im Sommer über, wenn nicht so viel zu tun war, durften sie im hohen Norden die weiten Flächen der Tundra durchziehen. Überall gab es Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren, die als letztes reif wurden.
Rentier Meilinka  ermahnte Rentier Mikesch: "Lass uns warten, bis sie reif sind. Gehen wir erst Erdbeeren suchen. Die Brombeeren sind noch viel zu grün.
Das Rentier Mikesch hörte nicht auf Rentier Meilinka und aß die grünen Brombeeren.
Am Fjord trank er daraufhin viel Wasser, da er fürchterlichen Durst hatte.
Es hatte die gleiche Wirkung, als wenn man auf Kirschen Wasser trinken würde.
Zur grausamen Belohnung bekam er Magenschmerzen.
Rentier Mikesch jammerte fürchterlich und versprach Rentier Meilinka das blaue vom Himmel. Sie musste ihm Kamillentee kochen und massierte seinen Bauch sanft und kreisend.
Der Herbst kam und Rentier Mikesch hatte sein Brombeer-Erlebnis vergessen.
Sie tollten extrem herum und schwitzten dabei. Am Fjord stürzte sich Rentier Mikesch auf das kühle, noch spiegelnde Nass.
Hab acht rief  Rentier Meilinka  ihrem Freunde Rentier Mikesch zu. Sie die vielen Felsen und lockeren Gesteine geben sonst nach.
Doch Rentier Mikesch hörte nicht auf Rentier Meilinka, wagte sich zu weit nach vorne, rutschte auf einem rollenden Stein aus und fiel in das Wasser.
Rentier Mikesch kroch mit Hilfe von Rentier Meilinka heraus, schüttelte die nassen Tropfen ab und jammerte. Sein linkes Bein war angeknackst. Rentier Meilinka machte eine Schiene und Rentier Mikesch humpelte vier Wochen lang damit herum, weil es zum wiederholten Male nicht auf Rentier Meilinka gehört hatte.
Der goldene Herbst war vorbei. Santa Claus kam und suchte sich die passenden Rentiere für die Nikolausfahrt aus. Rentier Mikesch, sein Bein war schön verheilt und wieder kräftig,  und Rentier Meilinka waren ebenfalls darunter.
Sie stolzierten mehr denn je umher und Rentier Meilinka hoffte inständig, dass Rentier Mikesch gescheiter wurde und aus der Vergangenheit gelernt hatte.
Dem war nicht so. Sobald die ersten Schneeflocken fielen und das Thermometer unter null zeigte, froren die vielen Seen zu. Kaum waren die ersten unter Null-Grade zu erkennen, rannte Rentier Mikesch Richtung See und wollte darüberlaufen.
Da sprach das Rentier Meilinka: "Hallo, du da,  Rentier Mikesch, ich bitte dich, warte noch ein Weilchen, nur ein paar Tage! Dann wird es kälter, der See friert mehr zu und die Eisschicht wird dicker und sicherer werden.
Rentier Mikesch hatte seine Vorsätze vergessen und betrat den etwas zugefrorenen See. Das Eis brach am Uferrand ein und mit letzter Kraft konnte Rentier Meilinka das Rentier Mikesch retten.
Acht Tage lang fieberte Rentier Mikesch fürchterlich und Rentier Meilinka hoffte, dass Mikesch nun vernünftiger wird.
Santa Claus hatte von der Geschichte gehört, tadelte Rentier Mikesch und sagte: „Dieses Jahr darfst du nicht mitfliegen auf meiner Nikolaustour. Du musst warten lernen und dafür hast du ein Jahr lang Zeit. Dann sehen wir weiter.  Rentier Mikesch beschloss endlich mehr Geduld zu zeigen und bat Rentier Meilinka um Vergebung.
Rentier Mikesch begriff, dass Rentier Meilinka mit den Ermahnungen recht gehabt hatte.
Und die Quintessenz der Geschichte: Wer keine Geduld aufbringen will, muss büßen.
Lebkuchen Tisch Laterne
Gesammelt und aufgeschrieben © Brigitte Obermaier, München, 2001-12-16
Das Rezept ist vom Schlawiner-Platz vom Bayerischen Rundfunk
Nachdem ich nicht weiss auf welcher Internetseite es zu finden ist, habe ich es gesammelt
und aufgeschrieben, für den Gebrauch, damit ALLE Kinder es ausprobieren können.
1. Teig herstellen:
250 g Mehl kneten mit:
1 Telöffel Backpulver und
100 g Fein-Zucker oder Puderzucker und
1 Päckchen Vanillin-Zucker und dazugeben:
1 /2 Teelöffel Zimt
etwas Zitronenschale abreiben
125 g Butter-Flöckchen
1                    Ei dazugeben
kaltes Wasser  2 Esslöffel
gut durchkneten – in eine Folie wickeln – damit er nicht austrocknet –
und 30 Minuten in den Kühlschrank legen bis er wieder schnittfest ist.
Den Teig halbieren und jeweils eine Rolle formen. (für zwei Laternen)
11 x 51 cm große Flächen ausrollen und in wie folgt schneiden:
1 Quadrat 11x11 cm     
4 Rechtecke 11x10 cm
Nur - in jedes Rechteck  mit einer Plätzchen-Ausstechform
jeweils ein Muster genau in der Mitte ausgestochen.
Herz – Mond – Stern – Blatt – je nach belieben
Die 4 Rechtecke und das Quadrat auf Backblech legen
1 Ei-Gelb mit 1 Esslöffel Milch verquirlen und
die Teigstücke damit bestreichen
Mit Hagelzucker bestreuen (wirkt wie Schnee)
Mit gehackten Haselnüssen oder
Mit Zuckerperlen bestreuen
Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.
Jeweils ein Backblech mit den fertigen Teilen  einer Laterne
auf der mittleren schiene bei 200 Grad – 10 – 15 Minuten backen.
Nach dem herausnehmen – vollständig abkühlen lassen – (über Nacht)
2. Zusammenbauen
Kuvertüre auflösen und mit 50 g 
Nougatmasse verrühren und 100 g
den „Klebstoff“ in eine Spritztülle füllen
Für den Boden einer Laterne das Gebäck-Quadrat auf ein Stück Backpapier legen und
Die Ränder der vier Rechtecke  mit der Nougatmasse so bespritzen,
dass du sie rund um das Quadrat festkleben kannst.
Ganz behutsam, sehr zerbrechlich sind die Lebkuchen,
 vorgehen und von einer zweiten Person helfen lassen.
Die Blattgelatine mit der restlichen Nougatmasse von innen
auf die ausgestochenen Motive der Rechtecke kleben.
Die Laternen-Form abstützen, damit sich die Nougatmasse verfestigen kann.
Ein Teelicht anzünden und hineingeben und fertig ist deine Laterne
Über Dielen-Bretter und holpern.
Das Jesus-Kind ist eine gefärbte Puppe.
Aus Plastik von der Spielzeug-Gruppe.
Ganz oben häng der gelbe Komet.
Aus gestifteter Spanplatte ausgesägt.
Pusten und prusten im Hintergrund.
Der Ochs quakt mehr aus Kindermund.
Robert ist der Ochs und Julian ganz zart.
Spielt den jaulenden Esel recht apart.
Kaspar und Melichor und Balthasar.
Die drei Heiligen Könige, ist doch klar.
Der eine ist russig im Gesicht eingeschmiert.
Gewandet in Gardinen und Tischtücher werden sie vorgeführt.
Heilige Familien-Idylle unter Palmen-Blätter.
Draußen stürmt und schneit das Winterwetter.
Nähe und Gemeinsamkeit wird gesucht.
Die Klasse  hat in der Kirche das Krippenspiel gebucht.
Halbe Laterne oder halber Mantel
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-17
Mama kommt  abgehetzt vom wöchentlichen Einkauf nach Hause. Julian saß auf der Eckbank und war mucksmäuschenstill. Mama rief laut „Julian“. Doch er rührte sich nicht. Julian war sauer auf die Mama. Sie hatte  es in die Hand hinein versprochen und dann war sie doch zum Einkaufen gegangen. Alles war zu Hause: Brot und Obst und Schokolade. Sogar sein Lieblings-Pudding war im Kühlschrank.
Mama rief noch einmal und ging durchs Wohnzimmer, lugte kurz um die Ecke und rief „Hallo“.
Julian rührte sich erst recht nicht. Er hatte seine Knie angezogen und die Ellbogen darauf gestützt. Seine breitgezogene Schnute ruhte auf den patschigen Händen.
Mama zog die Stirn kraus und ihr fiel siedendheiß ein, dass sie zusammen eine Laterne basteln wollten.
Oh je, sie überlegte und drehte sich um. Zog eine Schublade auf und legte Julian ein Kerzenlicht vor die Nase.
„Na gut, ich nehme mir eine viertel Stunde Zeit für dich.“
Julian überlegte. Besser eine Viertelstunde als gar keine.
Julian war wieder Feuer und Flamme. Er hatte seine Sachen auf der Eckbank vorbereitet und schnellstmöglich alles auf den Esszimmer-Tisch gezaubert.
Mama vergaß das Kochen und das Waschen. Sie vergaß die Welt um sich herum und beide bastelten um die Wette. Jeder hatte eine gute Idee die verwirklicht gehört. Mama erzählte vom Bischof von Tours, den heiligen St. Martin. Julian fragte Mama ob der Hl. Martin wirklich seinen Mantel geteilt hatte.
Julian’s Gedanken sponnen sanfte Fäden um seine Laterne.
Julian setzte seine Schere an der Laterne an und schnitt beherzt in den oberen Rand.
Mama war entsetzt. Jetzt hatte sie sich so viel Zeit genommen und nun wird die Laterne mutwillig zerstört.
Sie schrie leise auf. Julian plapperte weiter: „Du Mama, ich werde meine Laterne teilen.“
„Aber das geht doch nicht.“ Sprach Mama traurig. All die Arbeit war umsonst.
Julian sprach ruhig weiter: „Ich werde meine Laterne teilen, so wie es der Heilige Martin getan hat. Die andere Hälfte gebe ich Sonja, die hat bestimmt keine Laterne zum Martinsumzug.“
Dagegen konnte Mama nichts einwenden.
Sie holte stillschweigend einen Halb-Reifen hervor und befestigte diesen an der zweiten Hälfte der Laterne.
Dann holte sie noch eine weitere Kerze und befestigte sie stabil.
Julian war selig: „Ich habe die allerschönste Laterne auf der Welt und darf sie mit Sonja teilen, so wie der Heilige St. Martin seinen Mantel geteilt hatte.“
Als Papa abends heimkam war er ebenfalls erstaunt über halbierte Laterne und lächelte über die Idee.
Kinder haben seltsame Gedankengänge.
Christkind im Krautbett
Geschichte und Rezept erfunden von © Brigitte Obermaier, München,  am 2001-12-18
Nichts konnte das Kind überzeugen, dass es etwas Essen sollte.
Die geliebten Spaghetti schob sie auf die Seite. Die Buchstabensuppe lief trostlos über die Tischdecke. Der Griesbrei stand unangetastet noch vom Frühstück im Kühlschrank.
Karina hatte keine Lust.
Alles war so traurig.
Mama musste Arbeiten und Papa hatte wie immer keine Zeit.
Alleine Essen, ist auch langweilig sagte sie.
Die Oma kam vorbei und tröstete Karina. Kind du musst was essen. Sonst wirst du Krank.
Karina blickte die Oma an und sagte: „Was soll ich essen? Das ist alles kein weihnachtliches Essen. Wo doch bald das Christkind kommt.“
Endlich hatte Oma begriffen.
Sie wollte etwas weihnachtliches essen.
Karina, ich glaube ich kann dir helfen.
Wir kochen zusammen und dann wirst auch du Hunger bekommen.
Au ja, Karina sprang auf und bedrängte die Oma. Und was kochen wir?
„Etwas weihnachtliches hast du dir bestellt. Also kochen wir zusammen das Gericht:
Christkind im Krautbett.“
Karina lachte hellauf.
„Ein Christkind kann man nicht essen und das Christkind schläft in einer Stroh-Krippe.“
Warts ab sagte die Oma und ging in den kalten Keller und brachte einen Krautkopf hoch.
Karina liess sich überzeugen und wollte es nun genau wissen.
Oma erklärte alles genau und so fingen beide an zu Kochen.
Als sie anschließend zusammen das köstliche und doch so einfache Mahl gegessen hatten, war Karina davon überzeugt, dass Christkind im Krautbett am Besten an kalten Tagen schmeckt.
An Ostern darf es das Gericht auch geben.
Da heisst es dann: Hase im Krautbett.
1. Vorbereitung – der Maultaschen-
Große Quadratische Teigtaschen mit Fleischfüllung in heißem Wasser kochen oder eine Fertigpackung Maultaschen (pro Person 1-2 Stück) nach Angabe erwärmen.
2. Vorbereitung – vom Weisskraut
500 Gramm Weisskraut fein hobeln und 20 Minuten im Salzwasser weichkochen.
(Pro Person ca. 100 Gramm)
3. Vorbereitung – der Kartoffeln
Pro Person 2-3 kleine Salzkartoffeln kochen.
4. Vorbereitung – der Zwiebeln
2 Zwiebeln in Ringe schneiden und in der Pfanne goldbraun braten. Mit etwas Mehl überstäuben und nochmals wenden. Warmstellen für die Dekoration.
5. Anbraten
150 g Speck oder
geräuchertes Wammerl glasig dünsten.
1        Zwiebel  fein schneiden dazugeben und goldbraun werden lassen. Mit
50 g Mehl überstäuben und mit kaltem Wasser ablöschen und schnell umrühren.
6. Aufgiessen
500 ml  Mit der Flüssigkeit vom
fertigen Weisskraut aufgiessen.
1   Gemüse-Brühwürfel aufgelöst hinzufügen.
(Statt Krautwasser und Gemüse-Brühwürfel kann man auch selbstgekochte klare Suppen-Brühe verwenden.)
Das Weisskraut in den aufgekochten Sud geben.
7. Köcheln
Das Weisskraut solange köcheln lassen, dass die Flüssigkeit sämig wird.
Wer will kann die Soße mit Kräuter-Käse mischen, das ergibt einen Herzhaften sahnigen Geschmack.
8. Gewürze: 1 Teelöffel Marsalla-Pulver, Salz und Pfeffer, 1 Prise Currypulver. Schlagsahne zum abschmecken.
9. Anrichten
Das Weisskraut ohne Flüssigkeit auf dem Teller seitlich, im Oval anrichten.
Darauf kommt in die obere Hälfte je eine Maultasche.
Auf der freien Fläche des Tellers 2-3 kleine Salzkartoffeln legen.
Die Maultasche zu einem Drittel und auf die untere Hälfte des Krautbettes – mittig – die gerösteten Zwiebeln geben.
Die sahnige-sämige Weisskraut-Flüssigkeit über die Kartoffeln geben.
Guten Appetit – wünscht – Miss Zauberblume
www.misszauberblume.de.vu info@zauberblume.net
Papa Thomas und
die Weihnachtsüberraschung
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-19
Kater Balu tobte quer durch das Schlafzimmer. Über die Betten drüber, unter den Betten hindurch, wo wir wohlig warm noch schlafend kuscheln. Ich dachte es sei sieben Uhr. Weit gefehlt. Heute war es erst sechs Uhr. Zuerst hatte Kater Balu die ganze Nacht auf meinen Füssen geschlafen. Nun dieses.
Wenn man aufgeweckt wird, kann ich nicht mehr weiterschlafen und beschloss Radio zu hören.
Morning-Man-Mike-Thiel öffnete den Adventskalender. Plauderte mit diesem und jenem. Nur ich hatte kein Glück. Trotz Anruf kam ich nicht dran.
Taxi-Fahrer Thomas (Taxi 903) bekam gestern ein Jahresabo geschenkt, weil jemand anderer sich für ihn eingesetzt hatte.
Thomas, wurde Vater und hatte auch ein Problem und so suchte er Hilfe über das Radio. „Meine Frau hat ein gesundes Kind zu früh auf die Welt gebracht und darf das Krankenhaus an Heilig Abend erst verlassen.“
Das war das Stichwort: Heilig Abend. Papa-Thomas arbeitet und möchte seine Frau überraschen. Durch seine Arbeit war er stark eingeschränkt und bräuchte jemand, der ihm einen Christbaum besorgt.
Gleichzeit war ein Geschäftsführer eines Autohauses im Münchner Norden  an der anderen Telefon-Leitung  und bot allen Radio-Gong-Hörer seine vielen Christbäume an. 150 Stück wurden verschenkt.
Schon wieder läutete das Telefon und der Taxifahrer-Thomas war nochmals am Apparat: „Ich biete, da ich gestern gewonnen hatte, dem Thomas meine Hilfe an und werde den Christbaum abholen und zu ihm nach Hause bringen.“
Jeden Tag eine gute Tag, sagte ich mir, warum auch nicht und beschloss zuerst meinem Mann den Weg zum Christbaumkauf zu ersparen. Innerhalb kürzester Zeit war ich in der Dülferstraße, wo die Christbäume in der Werkstatt gestapelt lagen.
Zwei hilfsbereite Mechaniker halfen beim schnellen Aussuchen. Nicht stundenlang, sondern schnell ging das voran. Sogar in ein Netz wurde der Baum verstaut. Ich freute mich riesig, ein Schnäppchen zu machen, da ich als Künstlerin stark zu knabbern hatte.
Kaum fand ich den passenden Baum, konnte ich mich nicht entscheiden und beschloss einen für  Papa-Thomas und einen für Taxifahrer-Thomas zu reservieren.
Innerhalb einer Viertel-Stunde wurden die Christbäume unter den dankbaren Radio-Gong-Hörern aufgeteilt.
Die Chefin ermahnte mich, nicht zwei zu nehmen und so erklärte ich ihr die Situation von Taxi-Thomas und Papa-Thomas.
Stolz fuhr ich meinen nach Hause. Mein Mann packte ihn gleich aus, stellte ihn in den Christbaumständer, damit er schön aushängen konnte.
Radio Gong  bat mich, als ich mich über den Baum bedankte, ob ich ihn nicht schmücken könnte.
Warum eigentlich nicht. Ich schmücke gerne weihnachtlich die Christbäume. Eine gute Tat wäre es dazu.
Zwei Tage später kam der Anruf: Tut mir leid ich muss auf das KVR um das Kind anzumelden. Das wird den ganzen Vormittag in Anspruch nehmen und Nachmittags muss ich arbeiten.
Ich sah in meinen Kalender nach und war eigentlich froh darum. Denn Freitags hatte ich einen Termin und diesen stillschweigend verschoben. Nun konnte ich diesen doch einhalten.
Am anderen Ende der Stadt wohnt Thomas mit seiner Frau. Frühmorgens machte ich mich auf den Weg um Papa-Thomas zu helfen. Pünktlich stand ich vor der Türe.
Wie’s weitergeht?
Das ist eine Weihnachtsüberraschung
Ein Tannenbaum Traum
© Miss Zauberblume, München,  2001-12-22
Der Schnee lag hoch. Der Winter gab sein bestes Aussehen. Die Schneeflocken tanzten vom Himmel herunter. Jede suchte sich einen Platz aus. Juchhe rief eine als sie direkt auf der Spitze einer Tanne landete.
Der Tannenbaum lachte: „Wer will sich zu mir setzen? Ein paar Plätze sind noch frei. Von hier oben hat man den besten Überblick.“
 Die Schneeflocken purzelten fröhlich weiter. So nach und nach wurde der Tannenbaum von Schneeflocken bedeckt.
„Jetzt reicht es aber, rief der Tannenbaum, das ist zuviel des Guten.“
Es knackte bei der Nachbars-Fichte und sie jammerte laut vor sich her. „Mein Ast ist abgebrochen. Oh welch Schmerzen muss ich erleiden.“
„Der große Tannenbaum daneben bedauerte nur ganz kurz die Fichte und rief in den Wind.
Lieber Wind hilf uns, damit der Schnee wieder runterfällt. Die Schneelast erdrückt uns.“
Die Schneeflocken hörten das Gejammer der Bäume und versuchten auf dem Boden zu landen. Die jüngeren Schneeflocken schafften das nicht und so wurden die schnee-beladenen Ästen immer schwerer.
Eine kleine, niedliche Tanne hatte einen wunderbaren Platz, zwischen all den hohen Bäumen.
Er hörte das jammern der Bäume, kümmerte sich jedoch nicht darum.
Sein einziger Gedanke war und das sprach er immer laut aus: „Ich will einmal eine schöne, große, kräftige Tanne werden.“
Die Schneeflocken hörten den Tannenbaum reden und versuchten auf ihm zu landen.
Der kleine Tannenbaum wackelte mit seinen  Zweigen und schüttelte soweit es ging den Schnee gleich wieder herab. „Ihr wollt mich wohl erdrücken? Das wird euch nicht gelingen, denn ich will groß und stark werden.“
Endlich ließ der starke Schneefall nach und die Winter-Sonne blinzelte durch die Wolkendecke. Sie sah den kleinen Tannenbaum und sprach zu ihm: „Genieß deine Jugend.“
Der kleine Tannenbaum wollte nicht die Jugend genießen.  Er wollte erwachsen werden.
Im letzten Sommer kam eine Familie vorbei. Sie hatten Beeren gepflückt. Das Mädchen der Familie sah den kleinen Tannenbaum und meinte: „Oh Papa, können wir diesen für Weihnachten haben. Der ist so hübsch und schön gewachsen.“
„Weihnachten was war Weihnachten?“ Fragte der Tannenbaum die umstehenden Bäume.
Alle zuckten mit den Ästen. „Wissen wir nicht.“
Die Sonne brachte die Bäume mit dem vielen Schnee zum Glitzern.
Die Fichte redete der Tanne ins Gewissen: „Du hast gehört was die Sonne gesagt hat. Genieß deine Jugend. Groß wirst du von alleine. Jedes Jahr bekommst du einen Ring und ein paar Zweigspitzen dazu. Bist du so alt wie wir, wirst du deiner Jugend nachtrauern.“
Das Frühjahr kam schnell herein. Der Schnee taute, die großen Tannenbäume wurden von der Schneelast befreit und atmeten erleichtert auf.
Der Winter war dieses Jahr besonders schlimm. „Endlich können wir in Ruhe weiterwachsen“ sprachen Fichte und Tanne einstimmig.
Das hörte der kleine Tannenbaum und freute sich. Endlich durfte er weiterwachsen.
Der April kam und brachte Regenschauer und Wind mit. Die Bäume wurden hin und hergeschleudert. Eine Windhose donnerte ein paar Meter weit vom Tannenbaum durch den Wald und viele alte Bäume krachten zusammen.
Der kleine Tannenbaum lernte die Qualen der anderen Bäume kennen und überlegte. Wenn ich so groß bin wie die anderen Bäume, werde ich auch zusammenbrechen, ich denke, ich will nicht mehr weiterwachsen.
Der Förster kam und ordnete die Abholzung der umgebrochenen Bäume an.
Der kleine Tannenbaum hörte den Forst-Gehilfen sagen: „Der kleine Tannenbaum hat Glück gehabt. Er blieb vom Sturm verschont.“ Sie setzten sich auf einen alten Baumstamm. Machten Brotzeit und unterhielten sich.
Der kleine Tannenbaum spitzte die Ohren.
Von Borkenkäfer war die Rede und den vielen kleinen Lebewesen die in den oberen Kronen der Bäume wohnten. Die Wissenschaft wollte das Leben erforschen.
Da konnte der kleine Tannenbaum etwas mitreden. Viele kleine Tiere besuchten ihn. Krabbelten zwischen seinen Ästen durch und freuten sich über den kleinen, gesunden Tannenbaum.
Hasen flitzten durch den Wald und machten bei ihm Rast. So nach und nach fühlte er sich in seiner Rolle wohl.
Im tiefsten Innern wünschte er sich weiterhin, so groß zu werden wie die anderen Bäume. „Meine Spitze könnte in die weite Welt hinausblicken. Ich will meine Äste ganz weit ausbreiten können.“
Er dachte an Elisa, die pfiffige Elster, und an  Rabula, den schwarz-glänzenden Kolkraben. Sie besuchten ihn regelmäßig.
 Den Specht sah er bei einem alten abgestorbenen Baum klopften. „Was machst du da?“ „Ich baue eine Höhle für meine Familie“ klopfte der Specht weiter.
„Willst du nicht bei mir eine Höhle bauen, ich lade dich ein.“ Der Specht schüttelte seinen Schwarzen Kopf, dass die roten Federn am Hals hin und herflogen. „Ich brauche einen dicken, abgestorbenen Stamm. Deiner ist mir zu dünn, du bist noch viel zu Jung für mich.
Da hatte der kleine Tannenbaum seine Freude an der Jugend vergessen und holte seinen Wunsch wieder hervor. Ich will groß und stark werden. Meine Zweige könnten den anderen zunicken. Das wäre eine vornehme Geste. Was ist vornehm. Der kleine Tannenbaum hatte das Wort einmal aufgeschnappt. Ich könnte die Meisen bei mir wohnen lassen, damit sie zwischen den Ästen ein Nest bauen. Wenn man so klein ist, geht das nicht, sagen die Meisen. Das Nest würde herabfallen. Der kleine Tannenbaum zweifelte an sich. Was ist richtig, was ist falsch?
Ende April kamen eine Gruppe junger Burschen und knackten über den Waldboden. „Dieser würde mir gefallen.“  Sagte Kurt. „Der hat einen geraden Stamm.“ Meinte Friedrich und Fritz sah in Richtung des kleinen Tannenbaumes. „Schaut mal her“ rief er laut.
Der kleine Tannenbaum reckte und streckte sich. Er dachte er sei gemeint. Er blickte an  sich herab. „Meine Äste sind schön gewachsen. Mein grün ist erfrischend. Bestimmt wird er mich aussuchen.“ Sagte er laut. Die anderen Bäume lachten ihn aus. „Du bist ein kleiner Knirps. Die Burschen suchen einen langen Baum und nicht dich, du bist ein kleiner Stumpen.“
Das hatte noch keiner gesagt. „Stumpen.“ Er hatte das Wort schon gehört, weil die Fichte ihm das erklärt hatte. Er wollte schon weinen anfangen, als die Burschen direkt auf ihn zukamen. „Das ist genau der richtige, den wollen wir Fällen.“
Der kleine Tannenbaum zuckte merklich. Wenn das stimmt was die Fichte sagt, will ich lieber nicht gefällt werden. Er zog seinen Äste zusammen und hoffte still das nichts passiert. Die wollen mich haben. „Oohhh.“ War alles was er noch sagen konnte.
Fritz stellte sich neben die anderen und gemeinsam beschlossen sie den Baum ‚hinter’ dem kleinen Tannenbaum zu nehmen. „Das soll unser Maibaum werden.“
Der kleine Tannenbaum atmete auf. Das ist nochmals gutgegangen.
Sie sägten die Fichte um, die sofort zu jammern begann. „Ich will nicht, ich will kein Maibaum werden.“ Ihre Harz-Tränen liefen aus allen Wunden. Die Burschen hatten ihr die ganzen Äste abgehackt. Geschockt sah der kleine Tannenbaum, wie die Fichte vor ihr nackt auf dem Boden lag. Die Borken-Rinde haben sie ihr ebenfalls abgeschält.
Der kleine Tannenbaum rief laut: „Ich will kein  Maibaum werden, da wird man nackt ausgezogen. Ich geben meine schönen Tannenzweige nicht her.“ Als wenn das Friedrich gehört hätte, denn er sagte: „Und du winziger Tannenbaum, du hast gerade die richtige Größe. Im Winter hole ich dich ab und du wirst mein Christbaum werden.“
Der kleine Tannenbaum fragte die alte Fichte: „Was ist das ein Christbaum.“
Doch sie schüttelte wie die anderen Bäume ihre Zweige. „Wissen wir nicht.“
Ein Hase kam vorbeigesprungen. Er setzte sich darunter und hielt seinen Mittagschlaf. Der kleine Tannenbaum kitzelte ihn an der Häschen-Nase. „Wach auf, du hast lange genug geschlafen. Kannst du mir sagen was ein Christbaum ist.“
Der Hase schüttelte seine langen Löffeln und hoppelte davon „Ich werde mich erkundigen und morgen sage ich dir Bescheid.“ Am nächsten Tag wartete der kleine Tannenbaum sehnsüchtig auf den Hasen. Dieser kam nicht.
"Oh, wachsen, wachsen, groß und stark werden. Was gibt es schöneres auf der Welt?“ Dachte der kleine Tannenbaum. Trotzdem würde mich interessieren was ein Christbaum ist. Wahrscheinlich so was wie Tanne und Fichte.
Rehe und Hirsche kamen vorbei, der Hase besuchte ihn spät im August. Keiner wusste  Bescheid. Keiner konnte ihm das Wort erklären. Es wurde Herbst und die Schwalben kamen vorbeigeflogen. Sie zwitscherten und unterhielten sich. Der kleine Tannenbaum hörte zu. Am Waldesrand hatte ein großer Lastwagen halt gemacht. Die Männer wollten junge Christbäume holen. Der kleine Tannenbaum war sich sicher, dass er kein Christbaum sei und schaute den Männer zu, die immer weiter in den Wald hineingingen. Sie fällten Tannenbäume die etwas größer waren als er. Der kleine Tannenbaum blieb  verschont und fragte die Meise, die angeflogen kam. „Nächstes Jahr bin ich größer, dann kannst du ein Nest in meinen Zweigen bauen. Doch vorher erkläre mir doch bitte was ein Christbaum ist.“ Die Meise wusste es genau: „Junge Bäume werden abgesägt und zu den Menschen in das warme Wohnzimmer gestellt. Dort bekommen sie viele Lichter angesteckt und die Kinder singen Weihnachtslieder.“
„Das hörte sich wirklich schön an“ sprach der kleine Tannenbaum und bedankte sich bei der Meise.
Ein Windhauch ließ die Blätter und Tannennadeln rauschen. „Freue dich, dass du jung bist. Es gibt nichts schöneres.“ Die Sonne hatte das selbe gesagt. Der kleine Tannenbaum glaubte das nicht. Er wollte wieder einmal größer werden und ein Christbaum werden.
Im Oktober war Schwammerl-Zeit. Pfifferlinge strömten ihren zarten Duft durch den Wald. Die Familie die im Sommer Beeren in der Nähe des kleinen Tannenbaums gesucht hatten, war wieder da. Dieses Mal hatte jeder einen flachen Korb dabei um Pilze zu suchen. Das kleine Mädchen erinnerte sich der kleinen Tanne. „Sie Papa, er steht immer noch da. Ich möchte ihn als Christbaum haben.“ Nun, da der kleine Tannenbaum wusste, was ein Christbaum ist, freute er sich darüber sehr und konnte es kaum abwarten, selbst ein Christbaum zu werden.
Papa beratschlagte sich mit Mama und sie beschlossen den Förster zu Fragen.
Am nächsten Tag kam der Förster mit und gab seinen Segen. Der Förster holte einen gelben Plastikstreifen mit einer Nummer hervor und band dieses um den Fuß der Tanne herum. In seinem Buch macht er sich Notizen: „So der gehört euch. Am zweiten Advent-Samstag dürft ihr in abholen.
Welch eine Freude für den kleinen Tannenbaum. Er sang und quietschte, dass die älteren Bäume nur den Kopf schüttelten. „Du wirst für einen Tag das große Glück erleben. Du bist nicht zu beneiden.“
Sie sagten nicht mehr, sie dachten nur weiter: „Du musst sterben, so wie die Fichte. Sie werden dir deine Äste nicht absägen, trotzdem.“
Wieder hörte der kleine Tannenbaum den Wind singen: „Freue dich deiner Jugend, sie kommt nicht wieder“ Die Sonne konnte das nur bestätigend.
Der kleine Tannenbaum stand stolz da, mit seinem gelben Band am Fuß. Im Spät-Herbst kamen die Forst-Gehilfen und fällten viele junge Bäume. Es waren die allerschönsten und wurden auf das Fuhrwerk geladen. Zwei Pferde zogen das Gespann zum Wald hinaus. Der kleine Tannenbaum hörte wie ein Arbeiter sagte: „Das sollen alles Christbäume werden. Nehmen wir den auch mit.“ Sein Arbeitskollege schüttelte den Kopf: „Der kleine Tannenbaum täte mir gefallen, doch der Förster hat ein gelbes Band daran gegeben. Er ist was besonderes. Komm machen wir weiter.“
Der Winter kam noch heftiger als im letzten Jahr. Die Schneeflocken setzten sich auf die Zweige, dass man die Bäume nicht wieder erkannten.
Die Meisen kamen vorbei und erzählten vom bevorstehenden Weihnachtsfest.  "Unten in der Stadt haben wir durch das Rathaus-Fenster einen geschmückten Tannenbaum gesehen! Wann kommst du dran? Du bist was besonderes, haben wir gehört. Du bekommst all die  Pracht und Herrlichkeit, die man sich denken kann. Sie werden dich mit  vergoldeten Äpfeln, Honigkuchen, Spielzeug, und vielen hundert Lichtern schmücken."
"Und was passiert dann?" Fragte der kleine Tannenbaum und bebte in allen Zweigen. "Mehr haben wir nicht gesehen!"
„Dann haben mich die Männer nicht vergessen. Der Förster sagte in am zweiten Advent-Samstag holen sie mich ab.“
Der Wind flüsterte ein letztes Mal: „Morgen wirst du abgeholt. Deine Jugend ist vorbei und das Alter wirst du niemals erleben.“ Und die Sonne sandte die letzen wärmenden Strahlen ohne viel Worte zum kleinen Tannenbaum herab.
Von der Ferne hörte er die Familie plappern. Der kleine Tannenbaum freute sich endlich, dass er ein Christbaum werden durfte.
Die Axt hieb tief durch den Stamm. „Au“ rief der kleine Tannenbaum, „Es schmerzt bis in das Mark hinein.“ Noch ein „Au“ und der kleine Tannenbaum fiel mit einem Seufzer zu Boden. Er fiel in Ohnmacht und bekam vom folgendem Ablauf nichts mehr mit.
Der Junge rief mit lauter Stimme: „Papa komm und hilf mir.“ „Bin schon unterwegs.“
Der klein Tannenbaum bekam sein Bewusstsein wieder zurück. Sein Stamm stakte in einem großen Fass mit Sand. Der kleine Tannenbaum blickte an sich herunter und sah das Fass mit grünem Papier eingewickelt. Er begutachtete seine Zweige, die alle wunderschön herunterhangen. Bis auf der Rückseite, da gab es einen kleinen Knick. Hoffentlich kommt jemand und macht diesen Knick wider gerade.
Der Junge hatte den kleinen Tannenbaum in das Sand-Fass eingegraben.  Der Vater half ihm, den Baum in das Wohnzimmer zu bringen. Mama stand schon da, um den richtigen Platz auszuwählen.
Der kleine Tannenbaum sah sich um. Kein Wind, keine Sonne gab es in dem Raum. Er dachte kurz die letzten Worte und schüttelte die Gedanken ab.
Der kleine Tannenbaum konnte ringsumher an den Wänden schöne Bilder erkennen. Auf einem war eine Landschaft mit Wald und Feld gemalt. Ob das sein Wald war, woher er gekommen ist.
Sein Stamm-Fuß tat nicht mehr weh. Der Sand war kühl und er spürte am Boden Wasser, dass er gierig aufsog. Als er satt war blickte er sich weiter um. Das Mädchen saß am Kachelofen, der wohlige Wärme ausstrahlte. Die Mutter stand am Tisch und hatte viel Schachteln um sich herum. „Komm helft mir.“ Sagte sie zu den Kindern. Der Papa brachte die Christbaumspitze an und die Kinder behangen den Baum. Glitzernde Christbaumkugeln in rot und Gold. Strohsterne in verschiedenen Mustern. Kleine selbstgebastelte Henkelkörbchen in dem Zuckerwerk versteckt war. Vergoldete Walnüsse gab es und kupferne Haselnüsse.
Die Kinder sangen dazu oh Tannenbaum und Morgen kommt der Weihnachtsmann. Mama brachte die Kerzen an und beachtete, dass darüber Freiraum war. Auf einer Anrichte an der schmalen Wand stand eine wunderschöne Krippe mit Ochs und Eseln. Darüber schwebte ein Engel und ein Komet der mit Flittergold verziert war.
„Prächtig ist es gelungen.“ Sagte der kleine Tannenbaum. „Ganz prächtig. Genau so habe ich mir das vorgestellt. Wenn ich zurück komme, kann ich den anderen im Wald alles erzählen, wie schön es ist ein Christbaum zu sein.“
Papa sah sich das Werk an und sagte: „Heute abend wird der Baum im Lichterkranz erstrahlen, wenn das Christkind kommt.“
„Noch mehr? Die haben mich doch schon so fein herausgeputzt.“ Überlegte der kleine Tannenbaum. „Bestimmt kommen mich die Tiere vom Wald besuchen. Nur, wer ist das Christkind?“
Eine Meise saß im Vogelhäuschen vor dem Wohnzimmerfenster und blickte zum kleinen Tannenbaum. Es piepste: „Hab ich zuviel versprochen?“
„Kommt alle rein, ihre Vögel und Tiere. Kommt ihr lieben Fichten und Tannen. Seht mich, wie schön ich geschmückt bin.“
Die kleine Meise piepste noch einmal: „Tut mir leid, wir dürfen nicht hinein. Nur du bist der einzige der diesen Raum betreten darf. Nur du darfst heute abend im Lichterkranz strahlen, wenn das Christkind kommt.“
„Wer ist das Christkind?“
„Das bringt an Heilig Abend die Geschenke und symbolisch liegt es in der Krippe im Stroh.“
Der kleine Tannenbaum sah zur Krippe hinüber. Im Stroh lag es nicht. Also wird das wohl die Überraschung für heute abend sein.
Die Mutter hatte die Wohnzimmertüre abgeschlossen und bis zum Festabend durfte niemand den Raum betreten. Der kleine Tannenbaum bekam Sehnsucht nach der Welt. Er bekam  heftige Borkenschmerzen, denn das Wasser hatte er schon aufgesogen. Ob der Papa neues bringt?
Gegen Abend drehte sich der Schlüssel im Schloss. Der kleine Tannenbaum wurde in seinem Nickerchen gestört und horchte auf. Papa kam auf leisen Sohlen herein. Brachte dem kleinen Tannenbaum eine Portion Wasser und zündete die Kerzen an.
Der kleine Tannenbaum, der nun ein Christbaum war, wackelte so stark mit den Zweigen, dass vor lauter Freude ein Ast Feuer fing. Papa sah das und löschte es rasch. Holte die Schere und zwickte den angebrannten Ast ab. „Beinahe wäre das schief gegangen.
Er überprüfte noch einmal alle Kerzen und sagte zu dem Baum: „Du hältst dich ganz still, damit kein Unglück passiert.
„Klar, mache ich“ und bebte nur ein ganz klein wenig. Papa sah, dass das Lametta zitterte. „Na, was habe ich gesagt. Bitte stillhalten. Wenn die  Kerzen herabgebrannt sind kannst du wieder zappeln.“
Papa verließ das Zimmer und ein kleines helles Glöckchen bimmelte.
Es wurde richtig feierlich. Die Weihnachtslieder wurden durchgesungen. Der junge spielte Gitarre und das Mädchen auf der Flöte. Mama begleitete alles mit dem Hackbrett.
Das Mädchen sprach in Reimform vom Jesuskind, Maria und Josef und den drei Heiligen Könige und Papa zündete an der Krippe die Laterne an.
Die Mama las eine Weihnachtsgeschichte vor. Mucksmäuschen still war es geworden. In der Geschichte erzählte sie vom kleinen Tannenbaum, der aus dem Wald ins Wohnzimmer kommen durfte, um einmal in seinem Leben im vollen Glanze zu erstrahlen.
Endlich kam das erlösende Wort: „Frohe Weihnachten. Ihr dürft die Geschenke aufmachen.“
Die Kinder holten die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum hervor und verteilten sie.
Der kleine Tannenbaum wunderte sich. Als sie Mittags fertig mit dem herausputzen des Tannenbaumes waren, lagen keine Päckchen unter dem Baum. Wer hat die wohl da hin gelegt. Siehe da, das Jesuskind lag in seiner Krippe. Klein und zierlich. Das soll das Christkind sein?
Die Kerzen brannten herab und Mutter löschte eine nach der anderen aus. Die Kinder warteten noch einen Augenblick, dann durften sie das Zuckerwerk vom Christbaum holen.
Erschrocken fuhr der kleine Baum zusammen. „Meine schöne Dekoration. Halt aufpassen, mein Ast bekommt einen Knick.“ Die Kinder tanzten um den Baum herum.
„Morgen ist alles vorüber.“ Sagte Mutter traurig, so dass es nur der Baum hören konnte.
Ein paar Tage lang stand der kleine geschmückte Tannenbaum im Wohnzimmer. Wenn Besuch kam, wurden neue Kerzen angezündet und sie bewunderten den schönen Baum: „Ihr Christbaum ist wunderschön.“ Wieder fiel der Satz: „Schade, dass morgen alles vorbei ist.“
Nach Heilig Drei König stand Mutter vor dem Baum, seufzte und sagte: „Auf geht’s, ich räume die Kugeln und Sterne vom Baum ab und du bekommst ein zweites Weihnachtsfest. Dieses Mal für die Tiere.“
Erstaunt ließ der kleine Tannenbaum alles über sich ergehen.
Die Dekoration verschwand in den herbeigeholten Schachteln und auf den Dachboden. Papa brachte den kleinen Tannenbaum in den Garten, samt Fass und die Mutter hängte statt glitzernder Kugeln, viele Meisenringe, Äpfel und Meisenknödel daran.
Der kleine Tannenbaum war stolz und sagte zur Meise: „Oh wie herrlich ist die Natur. Die Luft ist wesentlich frischer als im Wohnzimmer. Ach wie fühle ich mich wohl. Erst dieser Lichterglanz und nun ein  Christbaum für die Natur. Kommt alle ihr dürft mit mir feiern.“
Hinter dem Wohnzimmerfenster saßen die Kinder und sahen wie die Vögel herbeiflatterten und sich auf dem kleinen Tannenbaum niederließen. Die Hasen fanden unter dem Baum eine Schale mit Mohrrüben und Maiskörner.
Für jedes Tier war eine Überraschung zu finden.
Der Winter kam noch einmal mit viel Schnee, bedeckte den kleinen Tannenbaum und die kleinen Schneeflocken bekamen durch das Sonnenlicht glitzernde Farbmischungen.
Der kleine Tannenbaum war rundherum zufrieden.
Er träumte seinen letzten Traum.
Straßen-Bahn-Weihnachts-Abend
© Brigitte Obermaier, München, 2001 12 19
Die Stadt ist voller Straßenbahn-Fahrer. Du hast das nicht gewusst.
So, denke mal darüber nach.
Du willst am Heilig Abend jemanden besuchen. Du wohnst im Norden und der Gastgeber im Süden. Wie kommt man dahin?
Du meinst U-Bahn,  S-Bahn oder einfach mit dem Bus.
Auch gut. Nochmals: die Stadt ist voller Verkehrsmitte-Fahrer oder Taxifahrer. Gleich welchen du meinst, irgendeiner hat Dienst. Irgendeiner fährt in der besagten Nacht.
Normalerweise trifft es diejenigen, die keine Kinder haben. Das heisst es: Du bist Junggeselle oder Alleinstehend, du kannst Dienst machen.
Mein Sohn Michael arbeitet beim Fernsehen. Sogar ihn hat es dieses Jahr erwischt. Er muss arbeiten, weil er „noch“ Alleinstehend ist.
Markus der kleine Steppke wurde im Kindergarten hervorragend auf das Christkind vorbereitet. Also freute er sich darüber.
Der Heilig Abend bricht heran. Sie Frühstücken gemütlich miteinander. Da läutet das Telefon. Mama geht dran und es meldet sich die Firma  vom Papa.
Mama verzieht das Gesicht zu einer lächelnden Zitrone, in die sie gerade obligatorisch hineingebissen hatte.
Man hört sie nur noch sagen: „Ja – muss das sein – oh, wie furchtbar – nein – ja - selbstverständlich – ja -!“ Dann hat sie eingehängt.
Papa lass die unsichtbaren Sätze die dazwischen lagen wie mit Telepathie.
Schmierte sich wortlos ein paar Brote, die er zusammenklappte. Holte seine Arbeitstasche hervor und das gefüllte Butterbrotpapier mit einer Thermoskanne Kaffee verschwand in der Aktentasche.
Markus sah zu und hatte kleine Tränenkugeln in den Augen. Er schniefte: „Warum packt Papa die Arbeitstasche. Er wollte doch mit mir spielen?“
Vater  sprach ruhig: „Ich glaube mein Sohn, da hat das Schicksal uns einen kleinen Streich gespielt.“ Und zu seiner Frau gewandt: „Wer ist krank geworden?“ Nicht mehr und nicht weniger. „Paul, Linie W, er ist heute morgen beim Glatteis gestürzt, direkt vor der Straßenbahn-Zentrale und wird gerade im Krankenhaus verarztet.“
Line W, das war die Weihnachtslinie in München, die die Weihnachtsgäste hin und her fuhr in der geschmückten weihnachtlichen Straßenbahn. So eine Linie darf nicht fehlen, das war Ehrensache und Papa wollte auch seinem Arbeitskollegen helfen.
Ein paar Minuten später fällt die Haustüre leise ins Schloss.
Markus wollte nicht mehr weiter essen.
Mama sah Markus an und erzählte ihm, wie in der USA gefeiert wird.
Santa Claus, so heisst dort der Nikolaus, kommt in der Nacht durch den Kamin und hängt die Weihnachts-Geschenke an den Kamin oder legt sie unter den Baum.
Wenn die Kinder in der Früh wach werden laufen sie gleich mit dem Schlafanzug zum Christbaum um die schönen Päckchen zu öffnen.
Markus fand das lustig, das Santa Claus durch den Kamin kommt. „Und wo sind seine Rentiere? Ich weiss schon es gibt den Dancer und den Spritzer. Nur wie heißen die anderen?“
„Mal überlegen sagte Mama. Da gibt es: Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Donder (auch Donner genannt), Blitzen, Cupid, Comet und Rudolph, der mit seiner leuchtend roten Nase den Schlitten anführt.“
Markus freute sich spitzbübisch darüber und klatschte in die Hände als der Name Donner fiel und lief schnell in sein Kinderzimmer: „Hier ich habe ein Weihnachtsbuch, da sind alle darinnen!“
Für die nächste Zeit war Markus beschäftigt. Er malte die Rentiere, einen Schlitten und den Santa Claus.
„So ich bin fertig und ich will das Bild Papa jetzt schenken.“
Mama freute sich darüber: „Gute Idee, das legen wir unter den Weihnachtsbaum, dann kann er es gleich morgen früh finden.“
„Nein, so habe ich das nicht gemeint, sagte Markus, das Bild bringen wir ihm, wenn das Christkind kommt.“
„Und wie hast du dir das vorgestellt?“
„Ganz einfach“ sagte Markus „wir fahren mit der Straßenbahn und begleiten Papa.“ Markus war von seinem Plan so fest überzeugt, dass er nur mit Müh und Not den Weihnachtsabend abwarten konnte, dem die Mama zugestimmt hatte.
Währenddessen packte Mama einen Korb mit Plätzchen, Lebkuchen, Glühwein und dekorierten diesen mit Tannenzweigen, Weihnachtskugeln und einer großen roten Schleife.
Markus war begeistert und rollte sein Bild zusammen. Mama band eine  Schleife drum herum. Warm angezogen mit Handschuhen und Fellmütze machten sie sich auf den Straßenbahn-Weihnachts-Abend.
Pünktlich genau nach Fahrplan traf die Straßen-Bahn-Linie W ein. Sie setzten sich in die hinterste Reihe und liessen sich durch die Stadt kutschieren. Da es schön sehr früh dunkel wird staunte Markus über die herrliche Lichter-Welt. Nikoläuse hängten an dicken Stricken um die Häuser zu erklimmen. Lichter-Ketten umrahmten Schaufenster. Christbäume wurden mit bunten Kerzen-Lichtern geschmückt.
Markus kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Am Weihnachtsmarkt kam die Linie vorbei und Markus sah einen Nikolaus durch den Schnee stapfen. Die Straßenbahn war immer gut besucht. Viele Leute schleppten Plastiktüten und verpackte Weihnachtspakete nach Hause.
An der Endstation hatte der Straßenbahn-Fahrer beziehungsweise in unserem Fall der  Papa Pause.
Markus und Mama riefen gleichzeitig „Frohe Weihnachten“.
Papa war so überrascht, seine Familie am Heilig Abend bei sich zu haben, dass er gar keine anderen Wünsche mehr äußern wollte.
Die Überraschung war gelungen. Sie fuhren wieder mit Papa zurück zur anderen Endstation und bei einer Haltestelle stieg ein Vater mit Kind ein. Sie hatten ebenfalls eine geschmückte Tasche mit Thermoskanne und Plätzchen dabei.
„Frohe Weihnachten, ich bin Markus. Wen besucht ihr denn?“
Mama wies ihren kleinen Mann zurecht: „Sei nicht so neugierig:“
„Aber schau mal Mama die haben was zu Essen eingepackt.“
„Macht nichts“ sprach der Vater und das kleine Mädchen sprach weiter: „Meine Mama ist Krankenschwester und wir wollen sie ebenfalls überraschen. Wir setzen uns ins Wartezimmer und wenn sie hereinkommt um den nächsten Patienten zu holen wünschen wir ihr Frohe Weihnachten.“
Markus war ganz stolz als er sich in voller Größer vor das Mädchen stellte, er war gerade mal einen Zentimeter größer als sie: „Mama und ich haben meinen Papa besucht und ihm Frohe Weihnachten gewünscht, da er heute arbeiten muss, so wie deine Mama. Willst du meinen Papa kennen lernen. Wir haben ihn schon überrascht.“
Markus nahm das Mädchen bei der Hand und ging vor zum Straßenbahn-Fahrer: „Das ist mein Papa, der muss heute Arbeiten, damit du zu deiner Mama ins Krankenhaus fahren kannst.“
   

 

 

DEZEMBER
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-01
Der zehnte Monatskreis war dies im alten Rom.
Früher Christmond Christmonat.  oder Julmond
Karl der Große mit Heilmond den Monat besetzen.
Er konnte sich leider nicht durchsetzen.
Lateinisch hilft uns „decem“ als Zahl.
Heute haben wir Dezember als Wahl.
Beschnuppern
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-02
Darf ich dich Lieben?
Mit meinen Gefühlen spielen?
Darf ich mich nach dir verzehren?
Ich will dich begehren.
In der Zukunft liegt mein hoffen.
Neu der Teilabschnitt  ganz weit offen.
Ich suche die Antwort bei dir.
Willst du hoffen mit mir?
Deine Wärme spüren.
Deine Haut berühren.
Beschnuppern deinen Geruch.
Liebe habe ich gesucht.
Rotgefrorenes Näschen
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-01
Ich habe das Christkind gesehen.
Denkt Euch es ist tatsächlich geschehen.
Es kam vom Himmelszelt.
Herunter zu uns auf die Welt.
Der Schneesturm brachte sie hernieder.
Mit Schnee alle Jahre wieder.
Mit rotgefrorenem Näschen.
Mit sanften Ohren wie Häschen.
Sie zog einen Schlitten hinterher.
Darauf ein Sack, der war gar schwer.
Bis oben hin war er zugebunden.
Es dauerte keine Stunden.
Da landete sie bei mir zu Haus.
Mit vielen Gaben wie im Kaufhaus.
Darin war noch mehr? Ihr wollt es wissen?
Gefüllt mit Mandelkern, Äpfel und Nüssen.
Traumflocken
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-01
Es gab viele Flocken.
Die vielen vom Himmel herunter.
Landeten auf meinen Socken.
Waren kalt und putzmunter.
Sie sanken hernieder ganz leise.
Silbern glitzert der Sternenhimmel.
Klangfülle und Engelsweisen.
Bimm und bamm, Glockengebimmel
Vieltausend waren gefallen, ganz leis.
Wie weißer Engel-Federn-Flaum.
Bedeckte die Erde ganz weiß.
Es war für mich wie ein Traum.
Es war für mich wie ein Traum.
Vernissage bei Claudia
© Brigitte Obermaier, München,  2001-01-12
Das BMW-Haus in Oberhaching lud ein.
Zur Vernissage unterm BMW-Design.
Jedoch die Autos nach draußen verbannt.
Hier wurde nur ein 7er BMW genannt.
Claudia Schwarz eine renommierte Malerin.
Hatte viel Farbe und kariertes im Sinn.
Ihre Bilder beeindruckten sehr.
Auf zur Vernissage bitte sehr.
Das Büfett erlesen ohne Ente.
Mit italienischem Ambiente.
Da gab es all die Köstlichkeiten.
Von Köchen delikat zubereitet.
Fein geschnittener Prosciutto auf Melone.
Krebse und Scampi mit Saft einer Zitrone.
Obst und Kiwi geschnitten in Scheiben.
Brezen und Brötchen in kleinen Laiben.
Zum Dessert gab es Kuchen.
Vorzüglich, den musste man versuchen.
Der Party-Service hatte die Arbeit.
Ordentlich stand alles bereit.
Getränke wie Wein, Orangensaft oder Bier.
Alles bekam man an der Theke hier.
Die Gäste in Pelz und vornehmen Dressen
Glamour-Party und Delikatessen.
Nur eines sollte man besitzen.
Eine Einladungskarte, sonst musste schwitzen.
Oder eine gute Ausrede hat man parat.
Vorzüglich schmeckte das Büfett und der Salat.
Angst
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-02
Meine Schwächen habe ich dir anvertraut.
Ich mich dir geöffnet, ohne Laut.
Miteinander verbringen die vielen  Stunden.
Geredet, verstanden, denk an die Runden.
Igendwann hast du mich dazu gebracht.
Ich liebe Dich, nicht nur bei Nacht.
Ich hatte dich zurechtgestutzt.
Du hast es nicht ausgenutzt.
Doch vor Dir, da war ein Mann.
Der log mich immer wieder an.
Ich gab ihm mein vertrauen.
So kam der Zeitpunkt, abzuhauen.
Ich vertraute ihm, mit meinen Gefühlen.
Ich dachte, dass wir dasselbe fühlen.
Angst verfolgte mich, er war entgleist.
Weißt du was das heisst?
Eine Wunde die muss heilen.
Du sagst, ich muss mich nicht beeilen.
Endlich habe ich mich gefangen.
Die Zeit vorbei mit dem Bangen.
Endlich habe ich die Angst aufgegeben.
Nur so konnte ich wieder beginnen zu leben.
Die Angst hast du beim Namen genannt.
Deine Liebe habe ich anerkannt.
Damals da war
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-04
Damals war alles so.
Ja ich weiß, oder so.
Eine Fahrt in die Vergangenheit.
Für viel eine Bestätigung.
Wir fuhren genau diesen Weg.
Nachempfinden  den Historie-Steg.
Die Kreuzung des Lebens betrachten.
Die Abzweigung wiederholt beachten.
Manchmal suchen wir das Glück.
Dabei ist es ein Schritt ins Zurück.
Jetzt und finden, die Gegenwart binden.
Dabei träumen unter Linden.
Vorbei – ja so war es die alte Zeit.
Und heute fordert sie: Sei bereit.
Für den momentanen Augenblick.
Nur dieser zählt, blick nicht immer zurück.
Balu unser Kater
© Miss Zauberblume , 2001-12-04
Balu unser Kater nur Trockenfutter liebt.
Bei Dosenfleisch er sein  Näschen verzieht.
Er frisst nicht viel, auserlesen, mal hi und da.
Trotzdem steht er staatlich da.
Sein Fell glänzt in angenehmen grau.
Unser Kater Balu ist wirklich schlau.
Pudding mit Sahne möchte er verkosten.
Nur die Sahne ist zum ko ...
Es reicht ein Klecks davon für sein Gewicht.
Mein Essen überall braucht er nicht.
Doch gestern stand ich am Badefenster.
Schaute mit ihm hinaus zu den Gespenstern.
Lulu die Nachbarskatze sah zu ihm herauf.
Rief - miau, das möchte ich auch.
Was sehe ich da, ich war erschreckt.
Kater Balu an meinem Käse schleckt.
Ich dachte an Pumuckl, ich habs nicht vergessen.
Wollte keine faule Milch zum Essen.
Liebevoll bekommt er Käse auf seinen Teller, extrafein.
Zum Stärken, Ordnung muss sein.
Freiheit beginnen
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-04
Freiheit ist Anderes denken.
Gedanken in die Unabhängigkeit lenken.
Die Gedanken sind frei.
Ist es wirklich so, Effekthascherei?
Die Gedanken bleiben relativ.
Darum denke bitte positiv.
Frei wie ein Vogel in der Luft.
Der den  Freiheitstrieb sucht.
Sucht sein Futter mit Piepen und Geschrei.
Ist der Vogel im Käfig nicht auch frei.
Er braucht sich nicht plagen.
Futter im Dreck nachzugraben.
Sie den Hasen wie über das Feld rennt.
Ob dieser die Freiheit wirklich kennt.
Hab acht vor dem Jäger und seiner Flinte.
Sonst sitzt du in des Hasen Tinte.
Der Stall-Hase bekommt sein Futter hinaus.
Von Last befreit und stets frei Haus.
Wir Menschen haben die Arbeit.
Überlegen uns mit Klarheit.
Sind wir frei, wenn wir Morgens aufstehen.
Ungeduldig müssen zur Arbeit gehen.
Wo fängt die Freiheit wirklich an.
Wo hört sie auf – jetzt bist du dran
Gewohnheit
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-04
Ja, ja, wir haben uns so vollkommen;
Daran gewöhnt, und denk mal wir wollen.
Dass alles, was uns begegnet, ohne Sinn;
Und Bedeutung ist, doch es gibt ein Beginn.
Wir uns nicht einmal mehr darüber wundern;
Wenn die Dinge, bereiten uns Kummer.
Denen wir begegnen, des  Sinnes beraubt -
Ein Hohlraum woran man glaubt.
Die Tätigkeit ohne jeglichen Begriff.
Entspricht der Logik des Fatalen mief.
Verleiht der gesellschaftlichen Betäubung.
Betrachter der Erheiterung.
Eine traurige Bestätigung zu bekommen.
Wie des Sandes Korn zerronnen.
Ausdruck mit Unmenschlichkeit.
Gehorcht dem Prinzip ohne  Herzlosigkeit.
Doch, was soll's?
Bis über die Ohren tauchen wir ein.
Über die Augen sie blicken traurig drein.
Darüber bis zum Haaransatz in die Gischt.
Der Gefühle, ein erstauntes Gesicht.
Trifft die Brandung, dem Unvermeintlichen.
Dem furchtbaren Lärm, das Unheimliche –
Brüllen und Getöse des Orkans.
Verursacht durch ungewollte Information,
Sehen und Hören eine Tatsache.
Die Augen halten Wache.
Die Ohren können es hören.
Wahrgenommen oder darauf schwören.
Dem Mensch, die Gewohnheit, ein Ding.
Und wieder ein neuer Beginn.
Einer systematisierten Ernüchterung.
Einem kuriosen Begriff  der Erleichterung.
Schreibtischmensch
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-04
Merkwürdig surreal einfach bunt.
Neonschilder ringsherum.
Plastiklametta behängende Tür.
Wer weiss wofür?
Wer packt dich da am Kragen.
Welch Kreaturen dich plagen.
Umschlungen vom Hosenbund.
Du bist doch gesund.
Das nächste Büro gleich nebenan.
Der Schreibtischmensch springt dich an.
Du fragst, was kann ich für sie tun.
Du wolltest dich nur ausruhn.
Sagtest du weiter.
Die Sonne schien heiter.
Das Lametta glitzerte im Schein.
Du gingest einfach da hinein.
Erwartungen überall.
Klarheit von Fall zu Fall.
Ein Büro sonderbarer Klasse.
Vertreten wird hier die Masse.
Perlen aus der Muschel
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-04
Der Mond entstieg dem Meer
Tausend Träume flogen hinterher.
Nixen aus dem Ozean-Grund.
Entschweben dem nassen Untergrund.
Perlen aus Muschel in perlmutweiss.
Für den Reinsten den Siegerpreis.
Den Weg öffnet mir die Perlen-Stiege.
In das nasse Reich der Meeres-Tiefe.
Ich suchte sie in der Wassermenge.
Gluckernd Wasserblasen im Gemenge.
Ich rief ihren Namen, in der Woge Schäume.
In den stürmischen Flug der Tagträume.
Tausend Worte ruf ich in den Wind.
Ich hoffe, das ich sie bald find’.
Den Bewohnern begegnen im Land.
Nur sie, die ich suchte, ich sie nicht fand.
Am Waldesrand mit grünem Klee.
Am smaragdgrünen Zaubersee.
Hörte ich klagende  Stimmen.
Läutende Glocken Klingen.
Lautlos folge ich ihr  bis zum Waldesrand.
Eine zierliche Elfe ich tanzend vorfand.
Sie schwebte über den schlafenden Blumen.
Margeriten, Mohn und Glockenblumen.
Verzaubert war ich davon und verzückt.
Dem Tanz zusehen, welch ein Glück.
Der Mond nun über uns stand.
Warf auf das Wasser seinen Silberglanz.
Das murmelnde Wasser wurde eins.
Mit den Kreisenden Bewegungen.
Da sah ich sie mein geliebtes Wesen.
In einer Umgebung auserlesen.
Zärtlich wollte ich sie umarmen.
Ich fühlte mich zum Erbarmen.
Ich wachte schweißgebadet auf.
Erzählte ihr des Traumes Verlauf.
Ach liebe Frau kennst du Wichtel und Trolle.
Die im Walde umhertollen.
Du befandest dich bei Feen und Elfen.
Ich konnte dich nicht haben, nicht helfen.
Ich musste bangen und warten.
Du befandest dich im Zaubergarten.
Die Realität hat mich wieder eingeholt.
Du bist meine Liebe, meines Lebens Gold.
Tagesbeginn  betrachten
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-04
Auf der Arbeit sitzen.
Darüber gedankenlos schwitzen.
Am Morgen betrachten sie es so.
Erstmals sind sie munter und froh.
Verkehrt ist unsere Welt.
Die Hund miaut, der Katze der bellt.
Die Zeitung ist ganz.
Macht das etwas Spass?
Die gedruckten Zeilen flimmern.
Die Börsenkurse kullern.
Bergab, wen hat’s umgehaut?
Nun ist der Tag ja doch versaut.
Mit dem Auto vertreten.
Auf das Gas getreten.
Fußgänger und Radler jagen.
Spass daran ohne zu fragen.
Nein – das ist kein schöner Beginn.
Es führt ein anderer Weg dahin.
Mühelos und ausgeschlafen.
Tagesbeginn mit offenen Augen betrachten.
Tu es
© Brigitte Obermaier, München, 2001 12 04
Was kann man alles machen?
Telefonieren, faxen,  zwinkern, lachen.
Kichern, mailen, nachgeben, reden.
Tue es, die Kommunikation ein Segen.
Verlinken, stärken, trinken, mögen, essen.
Hoffentlich hab ich nichts vergessen.
Kennenlernen, trösten, grinsen, schreiben.
Tue es, lass es nicht bleiben.
Aufmuntern, aufrichten, umarmen, treffen.
Blödeln, mitmachen, helfen, lächeln.
Begünstigen, chatten oder mal vertrauen.
Tue es, es kann wirklich aufbauen.
Sehen, unterstützen, verstehen, interessieren
Unterhalten, lieben, gleichtun, tolerieren.
Lehren, lernen, vertiefen, beibringen.
Tu es, es wird auch dir gelingen.
Zuhören, nachmachen, fürchten, lügen.
Albern, verteidigen,  diskutieren,
Austauschen, scherzen, einhüllen, hören,
Tue es, du wirst darauf schwören.
Schwätzen, faseln, schnattern, einfach reden.
Plappern, äußern, antworten, es ist ein Segen.
Frag nicht warum, einfach kommentieren.
Tue es, jeder sollte es Akzeptieren,
Telefonieren  mit Worten
© Brigitte Obermaier, München, 2001 12 04
Reden allein beim Telefonieren.
Da könnte man glatt verlieren.
Darum rate ich dir, es kann nicht schaden.
Die Worte richtig wählen z. B. klagen.
Aufwiegeln, kämpfen, behindern, angreifen.
Verletzen, anklagen, beschweren, vorbereiten.
Ausgrenzen, trauern, verbittern, anschwärzen.
Die Worte richtig wählen z. B. schmerzen,
Wehtun, zürnen, verderben, kein versehen. Verunglimpfen, anprangern, etwas verdrehen.
Weinen, hetzen, sperren, streiten,  hassen.
Die Worte richtig wählen z. B. verlassen.
Beschuldigen, drohen, ängstigen, vergessen.
Lästern, vereiteln, vermiesen, vermessen.
Schimpfen, heucheln, abservieren hetzen.
Die Worte richtig wählen z. B. petzen.
Verzweifeln, dahinsiechen, beenden. Hassen.
Untergehen, vertreiben, bleiben lassen.
Buhen, unterbuttern, vorbei,  versprochen.
Wer hat das Gespräch -  unterbrochen?
Stockend überlege ich, hab ich geklagt?
Was ich hab wirklich erwähltes gesagt?
Ich ...
Mich ..
Kurze Zeit....
Ich bin bereit...
Einen Augenblick  ...
Bin gleich zurück ...
Ich tue es ..
Ist das wahr ..
oder  ... etwas ..
Ist mir klar ...
Soviel Gedanken hatte ich an diesem Orte.
Vergessen habe ich all meine Worte.
Endlich ist das Gespräch zu Ende - aus.
Tot die Leitung, wer  bekommt den Applaus?
Was schenke ich Jenny
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-05
089-1418823 0172-8571471
Teil 1
Du suchst eine Idee.
Für Jenny Ellwers oder wie schreibt man dee.
Den Kopf habe ich mir zerbrochen.
Nach Parfüm hat sie schon gerochen.
Unterwäsche hat sie voller Reiz.
Für die Bilder in jeder Zeitung ohne Geiz.
Einen Ring - oh nein.
Da fällt man nur darauf rein.
Schenk ich was für ihre Frisur?
Oder lieber was für ihre Figur?
Ein Gedicht mit Bitten und Fragen?
Nur im flüsternden Ton aufzusagen?
Hosenanzug oder ein Snowboard?
Bei der Schiffsreise fällt sie von Bord.
Die Flugreise wohin? Ins Ungewisse?
Mit der Untertasse in den Weltraum schiessen?
Atlantis liegt unter Wasser.
Sie will nicht schwimmen, wird nur nasser.
Ich überlege weiter ganz geschwind.
Was schenk ich diesem blonden Kind?
Denk ich an ihr Sexprofil.
Fällt mir ein viel zu viel.
Einen Schleckerbazi oder einen Mops?
Eine Krawatte für den nicht vorhandenen Knopf?
Ein Verhüterli mit Löcherli?
Das bekam sie schon von Alex-ili!
Einen Zauberstab wie von David Copperfield.
Das wäre viel zu gezielt.
Genervte Verkäufer beraten mich.
Der Glühwein ist zu lau für mich.
Ein weißes Kleid, sie wird keine Braut.
Einen Pelz für die zarte Haut?
Ja da fällt mir was Originelles ein.
Ihre tollen Brüste mit ihren zarten Knospen.
Süß wie diese beim Laufen hopsen.
Ich empfehle diese im kalten Winter zu bedecken.
Ich denke so an 2 cm Pelz-Teller zum Necken.
Pelz gibt es in Nerz oder Eichhörnchen-Fell.
Kein Seehund, besser ein Synthetik-Modell.
Auf alle Fälle in passender Farbe sollen liebkosen.
Jenny’s weibliche, zarte Knospen.
Wie befestigen ohne Missgeschick?
Da haben die Frauen einen eigenen Trick
Nun dann mach die auf den Weg.
Sonst wird es für dich viel zu spät.
Teil2
Langsam kommt die Wahrheit an den Tag.
Jenny oder wie immer sie heissen mag.
Ob männlich ob weiblich, ganz egal.
Lieber Moderator du hast die Wahl.
Ich bleibe bei meinem Vorschlag, ach schau.
Jenny, die du meinst, ist eine kluge Frau.
Oder wen meinst du wirklich, mir wird klar.
Begib dich bei „Deiner“ Jenny nicht in Gefahr.
Mein Vorschlag bleibt bestehen.
Für eine hübsche Frau kann es nichts schöneres geben.
Zart und weich der Pelz und   anschmiegsam.
Nun bist du wieder zum Überlegen dran.
Pelz, das erkannte Valentin schon genau.
Ideal für Winter-Zahnstocher oder für eine hübsche Frau.
Herzliche, wärmende Weihnachtsgrüße
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-05
Kirchenlied Quälerei
© Brigitte Obermaier, München, 2001-12-06
1951 da gab es ein Gesangbuch
In der Kirche ein  jeder sucht.
Laut Pfarrer die richtige Stell.
Gemeinsames Singen, glockenhell.
Jetzt schlagen sie mal auf - die Seite.
128 Vers 4 wir singen bis zur letzten Zeile.
Die Honoratioren sassen in der ersten Bank.
Rausgeputzt mit dem besten Gwand.
Die Christmette besuchten alle.
Daran hatten sie ein wohlgefallen.
Psst, der Pfarrer ermahnte die Gemeinde.
Ich möchte nicht singen gern alleine.
Alle andächtig,  trällernd, gesittet und erhaben.
Die Gemeinde mit formvollendeten Betragen.
Der Pfarrer las aus der Bibel vor.
Auf der Empore wartete der Kirchen-Chor.
„..... Und es begab sich zu jener Zeit.“
Hüsteln  und kichern machte sich breit.
„... dass Maria und Josef sich aufmachten.“
Sie konnte sich nicht mehr halten vor  Lachen.
Der Pfarrer hat erst mal aufgeschaut.
Blickte grimmig – hat es fast nicht geglaubt.
Ein Mädchen war gar nicht so Bange.
Gackerte wie ein Huhn auf der Stange.
Wie kannst du uns so blamieren?
Die Eltern mussten sich genieren.
Das Kind laut den Lieder-Text erzählt:
„Lasset fahren Brüder was euch quält!“
Nikolaus und Dokteer
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-06
Bei einer Arztfamilie gab es zu Recht.
Einen Aushilfs-Nikolaus, der Bauern-Knecht.
Man sagte ihm die Sätze ins Ohr
Oder schrieb sie auf, nun lies mal vor.
Vergiss nicht die Höflichkeit.
Der Knecht hüllte sich in Befangenheit.
Er bemühte sich sehr.
Das ‚sie’ fiel ihm besonders schwer.
Er sprach nach der Schrift.
Mit müh und Not und dann zum Kind.
„Dass SIE mir fei ja nicht Ins Hosi bieseln mehr!“
Und „Du, hab ich’s richtig gemacht, Dokteer?“
Nikolaus mit Söckchen
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-06
Welch ernstes Ereignis.
Kommt zu uns der Nikolaus.
Der Heilige tritt mit würde und Strenge
Unter die zitternde Kinder menge.
Erforscht ihr Gewissen.
Will viel zu viel wissen.
Kinder geloben Besserung.
Erwachsene suchen eine Entschuldigung.
Unbeabsichtigt der Situation.
Entsteht eine lustige Reaktion.
Die Erwachsenen die Komik erkennen.
Die Kinder unbewusst beim Namen nennen.
Ein Vater wollte den Nikolaus los werden.
Dieser hatte eine Strafpredigt zu vermerken.
Er meinte nicht das Kind, dass ganz brav.
Stille auf dem Arme der Mutter saß.
Ein gefülltes Söckchen hielt der Heilige in der Hand.
Dem Vater kam es irgendwie vor so bekannt.
Erstarrt hörte er ihn sagen:
"Und wenn du es willst noch mal  dies zu wagen"
"Dann nehme ich das Söckchen wieder mit!"
„Mama, nimm’s ihm weg“ rief das Kind, „ich bitt!“
Er legte das gefüllte Söckchen hin der Nikolaus.
Mit unterdrücktem Lachen verlies er das Haus.
Nikolaus zum Küssen
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-06
Tiefverschneit lag die Berghütte einsam da.
Eine oberbayerischen Kleinstadt, die Geschichte war wahr.
Krampus machte die Runde mit dem Nikolaus.
Von Familie zu Familie, von Haus zu Haus.
Das Kind konnte kaum vorbeten.
Er war damals in großen Ängsten gewesen.
Der Krampus drohte im Hintergrund.
Mutlosigkeit tat sich im Raume kund.
Der Nikolaus sprach und ließ nicht locker.
Sing ein Lied und komm runter vom Hocker.
Wie ging nur das Lied "Hänschen klein".
Ihm fiel einfach nichts weihnachtliches ein.
Da dachte er in seiner Verzweiflung, oh.
An den Schlager im Radio.
"Frauen sind zum Küssen da".
Alle lachten, er hat’s geschafft, hurra.
Freude bereiten
© Brigitte Obermaier, München,  2001 12 10
Eine Freude bereiten
und sind es nur ein paar Zeilen.
Ein Lächeln auf den Lippen zeigen.
Das sein, in der Gegenwart verweilen.
Rauschgoldengel
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-06
Zu Nürnberg nach der traurigen Zeit.
Der dreissigjährige Krieg war grad vorbei.
Der Puppenmacher Balthasar Hauer war bereit.
Einen Engel zu gestalten mit viel Zartheit.
Sein Kind das Annalein.
Ward zu den Engelein aufgestiegen.
Traurig arbeitete er in der Werkstatt allein.
Nun ist ihm nur noch die Erinnerung geblieben.
Goldenen Flitter und Rauschgold.
Gemacht aus extrem dünner Folie aus Messingblech.
Umkleidete er die Figur so hold.
Qualität für die Arbeit gerade recht.
Er legt so viel Liebe in sein Werk.
Die Gesichtszüge seiner Tochter Huldigung.
Es wurde sein Puppen-Macher-Meisterwerk.
„Das Goldene Annalein“ erhöhte die Erinnerung.
Die Kunden entdeckten das Annalein im Laden.
Und  bestellten bei ihm auch so einen Engel.
Er arbeitete daran, es war nicht sein Schaden.
Als Geschenk für die braven Enkel.
Mit der Zeit bürgerte sich ein der Name.
Mit Locken, Engelshaar im Kerzenschein.
Entstand ein Siegeszug um die Welt ohne Reklame.
Der „Rauschgoldengel“ mit leuchtendem Schein.
Der glitzernde Weihnachtsbaum
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-18
Die Tiere fühlten sich wohl.
Weihnachten machte sie froh.
Nur Weihnachten ohne Baum.
Ein viel zu kalter Traum.
Die Rehe und Hase standen unter Buchen.
Um sich einen Tannen-Baum auszusuchen.
Er sollte schön gewachsen sein.
Einfach toll und nicht zu klein.
Sie hatten sich endlich für einen entschieden.
Den werden alle besonders lieben.
Die Tiere im Wald hörten es und die Elfen.
Und alle wollten zusammenhelfen.
Jedes Tier hatte eine eigene Idee.
Dazu kommt noch der winterliche Schnee.
Auf dem Baum oben saß der Uhu.
Schaute der Gesellschaft gelassen zu.
Haselnüsse, Bucheckern brachte die Maus.
Ein riesiges Ei brachte vorbei der Strauß.
Möhren  wurden von Hasen gestiftet.
Ein Vögelein liebliche Schilder beschriftet.
Eichhörnchen verteilten die Sachen am Baum.
Die Taube opferte ihren weichen Feder-Flaum.
Sonnenblumenkerne brachten sie ebenso mit.
Dazu sangen alle ein Weihnachtslied.
Zufrieden betrachteten sie den Weihnachtstraum.
Alle bewunderten den Weihnachtsbaum.
Nur Resi  das kleine Reh war nicht zufrieden.
Sie hatte sich für das Glitzern entschieden.
Warte ab sprach die Mama.
Das Glitzern ist bestimmt bald da.
Kaum hatte sie es ausgesprochen.
Da kam die Sonne hinter der Wolke vorgekrochen.
Über Nacht hat der Frost den Wald erreicht.
Es war bitterkalt, überall lag weißer Reif.
Er lag auf den Bäumen und auf den Ästen
Eine Brise kam aus dem Westen.
Sie erblickten auf die Sonne wie gebannt.
Sie sandte ihre Strahlen an den Waldesrand.
Der Tannenbaum wie unter einer Sonnenhalle.
Zu glitzern begannen die Eiskristalle.
Die Schneeflocken funkelten im Sonnenlicht.
Wie herrlich war das Winterwetter.
Nun sangen sie alle - Oh Tannenbaum.
Wie grün sind deine Blätter ....
Futterglocke  für Vögel
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-19
All die Tiere in der Winterszeit.
Wenn es viel zu viel da draußen schneit.
Und vor allem Vögel freuen sich,
Wenn man sie Weihnachten nicht vergisst.
Lange habe ich überlegt
Ja dieses Geschenk sich im Winde bewegt.
Mit Freude und dabei Lachen.
Es ist ganz einfach zu machen.
Durch das Loch ziehen einen langen,  dicken Ast
Der am Ende durch den Blumentopf passt.
Das passende Fett beim Metzger gibt.
Dass man zum Schmelzen bringt.
Gemixt mit Sonnenblumenkerne zum Anlocken.
Fertiges Vogelfutter oder Haferflocken.
Ist alles wieder abgekühlt.
Es man in die Futterglocke  füllt.
Ein Band verbindet den Ast mit dem Baum.
Köstliches für das Leckermaul.
Eröffnet wird das Vogelrestaurant
Schnell wird es in der Vogelwelt bekannt.
Papp Masche Krippe der 4 c
© Brigitte Obermaier, München, 2001-12-19
Es gibt da ein Krippenspiel.
Dass der Klasse  4 c besonders gefiel.
Sie spielten es jedes Jahr.
Mit Jungschauspielern das ist klar.
Mit Phantom der Oper wird es verglichen.
Sich massig verschiedene Fehler einschlichen.
Pastor Müller ist schier am verzweifeln.
Doch sie übern weiter ganz fleißig.
Sankt Bimbam glockenhell stellt die Kulisse.
Aus Papp-Masche auf  einer Papp-Klippe.
Gekrümmte Äste formen die Krippe.
Gefüllt mit Stroh steht es in der Mitte.
Strubbel-Klaus wird der abweisende Gastwirte.
Stotter-Otto ist der erste Hirte.
Lumpen-Max in Fetzen gehüllt.
Ebenfalls eine Hirten-Rolle erfüllt.
Ich muss noch den lustigen Hirten-Hans nennen.
Alle drei auf  kaltem Kirchenboden pennen.
Sie kommen erst später zum üben dran.
Man fängt zuerst mit dem Hauptdarstellern an.
Maria in blauem Frottee-Tuch.
Der Josef wird vom Pfarrer gesucht.
Du kommst zu spät, geh hinauf, zack zack.
Mit deiner Zottel-Robe aus braunen Kartoffelsack.
Julchen mit ihren langen blonden Haaren.
Ist als Erzengel schon etwas erfahren.
Flattert in luftiger Höhe an einem Pferde-Zügel.
Prompt verliert sie ihren linken Flügel.
Fürchtet Euch nicht der Heiland ist geboren.
Quietscht der Chor unverhohlen.
Blockflöten wie selbstquälerisch es klingt.
Klein-Petra quietscht mehr als sie singt.
Zwischen den Beinen
Krabbelt herum unser Kleiner.
Die staksigen Kinder Beine stolpern.
Über Dielen-Bretter und holpern.
Das Jesus-Kind ist eine gefärbte Puppe.
Aus Plastik von der Spielzeug-Gruppe.
Ganz oben häng der gelbe Komet.
Aus gestifteter Spanplatte ausgesägt.
Pusten und prusten im Hintergrund.
Der Ochs quakt mehr aus Kindermund.
Robert ist der Ochs und Julian ganz zart.
Spielt den jaulenden Esel recht apart.
Kaspar und Melichor und Balthasar.
Die drei Heiligen Könige, ist doch klar.
Der eine ist russig im Gesicht eingeschmiert.
Gewandet in Gardinen und Tischtücher werden sie vorgeführt.
Heilige Familien-Idylle unter Palmen-Blätter.
Draußen stürmt und schneit das Winterwetter.
Nähe und Gemeinsamkeit wird gesucht.
Die Klasse  hat in der Kirche das Krippenspiel gebucht.
Kraft schöpfen
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-21
Der Beginn ist hart.
Bei Sonne, Regen und dem Wind.
Mach dich auf, nicht mehr wart’
Wir kommen dir entgegen geschwind.
Du brauchst nicht allein sein.
Beim Höhenflug, durchs tiefe Tal.
Bist du traurig, verstört und allein.
Das trifft auf viele zu, alle Mal.
Freunde suchen, nicht irgendwelche.
Denk an deine Seele und dein Herz.
Nicht diese oder den da oder solche.
Fehler machen bereitet nur Schmerz.
Mut ist ein innerer Beweis.
Angst hält dich umklammert.
Mut richtig einsetzen im Lebens-Kreis.
Damit ja keiner jammert.
Schöpfe Kraft aus dir heraus.
Sieh wie die anderen es machen.
Hör auf mich ich bin wieder frei.
Ich kann wieder Singen und Lachen.
Legende vom Strohstern 2001 12 23
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-23
Rund um Bethlehem auf dem Felde.
Musik erklang im leisen Akkord.
Ein Hirte sprach ich melde.
Dem Heiland seine Geburt.
Sie kamen alle, um zu sehen.
Die Hände gefaltet zum Gebet.
Wollten gar nicht nach Hause gehen.
Es sprach sich herum: Oh  seht.
Auf dem Heimweg überlegte man geschwind.
So hold und zart kam es in die Welt.
Mehl, Milch, Fett, was braucht das Kind?
Doch leider fehlte das nötige Geld.
Nathaniel, der kleinste Hirten-Bub.
hatte nichts zum Verschenken.
Seine Mutter sagte, es wird gut.
Ein Stern wird dich lenken.
Lang überlegte er  im Höhlen-Bau.
Das Licht bestrahlte das Stroh.
Da wusste Nathaniel genau.
Ein Stern macht das Kindlein froh.
Wieder ertönten Psalme.
Über Kreuz legte er das Stroh.
Band Wollfaden um die Halme.
In dulci jubilo.
Nathaniel brachte den kleinen Stroh-Stern.
Trug ihn vorsichtig in seiner Hand.
Übereichte dem Kind sein Geschenk
Ein Lächeln war sein seliger Dank.
Flug zum Saisonstart
© Miss Zauberblume, Muenchen, 2001-12-27
Zum Saisonstart war’s einmal zu schlecht.
The timing ward gar nicht so recht.
Der Himmel haengt voller Cumuli ohne rollen.
Maechtig wie sie vor sich hinquollen.
Den herrlichen Ausblick hatten wir gesucht.
Ruhe liegt in der milden reinen Luft.
Hoffnung auf Thermik ohne Quark.
Hoffen auf den Saisonstart.
Bei neunzig Grad.
Haut der erste gleich ab.
Fuenfzig Meter den Hang hinauf.
Nix fliegen, dass nennt sich Hindernislauf.
Rueckenwind mit A und B – Gurte hoch.
Den flachen Hang hinabwuergen, also doch.
Schnell laufen, anbremsen, Fuesse rein.
UEber Schnee schweben,  fuehlt sich so klein.
Dynamischer Nullschieber.
Er konnte sich halten, war ihm so lieber.
Die Arme herunter haengen lassen.
Welch Herrlichkeit, kaum zu fassen.
Fuenfzehn Minuten schaukeln und kreisen.
Einfach das Koennen beweisen.
Eine Ewigkeit in der Luft.
Traumhafter Flug wird gesucht.
Die Weihnachtsgans
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-23
Zwischen Eiskristallen
Liegt in der Truhe eine Gans.
In polnischen Bauers-Hallen.
Erlebte sie den letzten Tanz.
Morgen liegt sie in der Reine.
Oder kam sie aus Dänemark?
Ohne Federn, Kopf und Beine.
Liegt sie im kalten Sarg.
Als Festmahl wurde sie auserkoren.
Sie war so jung, gar nicht ergraut.
Traurig liegt sie hier gefroren.
Man erkennt es an der Gänsehaut.
Am Fest-Tag zieht der Ganserl-Duft
Gedeckt der Tisch mit Eleganz.
Durch Zimmer zieht die  Weihnachts-Luft.
Laßt schmecken euch die Weihnachtsgans
Ein Weihnachtswunsch in Gedichtform für Maxi
Liebe Maxi
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-21
Maxi ach Maxi was soll ich sagen.
Ich werde für dich ein paar Zeilen wagen.
Drauss vom Walde komm ich her.
Denk daran es Weihnachtet sehr.
Quatsch sagt deine Tochter im Hintergrund.
Wer das dichtet ist da oben (!) nicht gesund.
BO schreibt Bücher für den kleinen Mann.
Wie packt sie die Sachen für Erwachsene an?
Jammerschade rufst Du gewiss.
Der andere meint produzierter Mist.
Mein Alter hab ich dir bereits verraten.
Zwischen den Zeilen hab’s ich eingebraten.
Nun zum goldenen Wüstner-Buch.
Das gerne der Nikolaus aufschlug.
Der da kommt vom Himmel hoch.
Jeder hofft im Sack ist ein Loch.
Deine Kinder bis zur Pubertät noch spielten.
Musikalisch die  Instrumenten quälten.
Heute hört sich das an, o Gram
Der Rabe kommt beim Sing-Vogel als letzter dran.
Erst die nächste Generation, es ist ein Beweis.
Holen sie die alten Instrumente vom Eis.
Die Weihnachtslieder will keiner mehr.
Gefragt ist Hipp und Hopp, bitte sehr.
Bei angepasster Tonlage die Männer brummen.
Vielleicht versucht noch jemand mitzusummen.
Und Oma kramt ihr Hörgerät hervor.
Wartet auf den himmlischen Engelschor.
Mama will nicht nur das übliche Geplauder.
Starrt den Christbaum an mit geschauder.
Die Kinder warten ungeduldig ohne kürzen.
Und wollen sich auf die Päckchen stürzen,
Am Heilig Abend was besonders geben..
Euch allen einhauchen um feierliches zu erleben.
Die Idee von der Weihnachtsgeschichte.
Kennt jeder schon zum Vernichten.
Wer hat nicht da die Bücher gewälzt.
Zu Kurz – zu Lang – langweilig – gepelzt.
Pro Angebot eine Geschichte vielleicht.
Schon ruft jemand, aufhören das reicht.
Wir sind viel zu sehr Kritisch geworden.
Durch Konsum werden wir verdorben.
Nach meinem Geschmack hat jeder die Wahl.
Vom Herzen soll’s kommen ohne Qual.
Nicht wie in der USA das hat keinen Sinn.
Denn Rudolph kommt dort durch den Kamin
Wir wollen hier in Deutschland feiern.
Wie  Müller, Hubers und den Maier’s.
Weihnachten in der Nachkriegszeit
Die Großeltern verfallen in Nachdenklichkeit.
Es regt die Jugend zur Grübelei an.
Was haben die Vorfahren so alles getan.
Grundsätzlich sollte die Geschichte hier.
Lustig geschrieben sein auf Papier.
Den Heilig Abend besinnlich stimmen.
Die Worte sollten weihnachtlich klingen.
Ansonsten einfach so, das man mit Interessen.
Nicht nur denkt an Trinken und an das Essen.
Der 80 jährige Opa nicht vorher einschläft.
Der Ehemann nicht überlegt wen er morgen trifft.
Und die 19jährige Tochter das Weite sucht.
Innerlich die sonst liebe Mutter verflucht.
Nachsatz: und dazwischen eine Mutter mit. -
Spagat zwischen alt und jung  oder  springt.
Nachtrag:
Mir fällt ganz spontan.vieles ein.
Stimmung dank glitzerndem Schnee im Sonnenschein.
Bei mir am Stadtrand weihnachtet liebevoll.
Meine Dekoration ist wundervoll.
Ich wohne in der Nähe vom Fernsehturm.
Sehe von mir aus die Spitze vom Turm.
Weihnachten ist vorbei
© Miss Zauberblume,  2001-12-25
Weihnachten Abends, nicht allein.
Umring im Familienkreis.
Es läuteten die Glocken so rein.
Da rief klein Jonas, der Naseweis.
Ich weiß ein Gedicht so klar.
Es leuchtet der Herbst so Golden.
Aufgesagt hat er es wunderbar.
Dazu sangen die Engelein die Holden.
Aus dem Radio eine Weihnachtsweise.
Draußen herrliche  verschneite  Winterszeit.
Golden und Holden ganz leise.
Mit Schneeflocken ganz in weiß.
Oh was gab es zu Essen.
Es schmeckte überall so gut.
Klingt es zu vermessen.
Weihnachtliche, zauberhafte Glut.
Pünktlich kam das Christkind.
Es hatte viele Geschenke dabei.
Oh du fröhlicher Winterwind.
Leider, Weihnachten ist vorbei.
Tag des Baumes am 25. April
© Brigitte Obermaier, München, 2001-12-30
Jährlich sind wir gerne bereit.
Zu Feiern den "Tag des Baumes" weltweit.
Die Idee als "Arbor Day" in Nebraska auserkoren.
Im amerikanischen Bundesstaat. geboren.
Die Landschaft  dort war „baumlos“.
Die Siedler erkannten rasch das schwere Los.
Die Natur brauchte in vielerlei Beziehungs-Räume.
Sträucher, Büsche und  ganz  wichtig waren Bäume.
J. Sterling Morton, 1854 ein Grundstück bekam.
Pflanzte  gleich Bäumen und Sträuchern an.
Er sprach seine Nachbarn an und sagte ihnen.
Bitte pflanzt Bäume, dabei kann man nur gewinnen.
Als Journalist und Herausgeber der Tageszeitung.
Lieferte er die  günstigsten Voraussetzungen.
Die Illusion wurde zur Bewegung, seiner Baum-Quelle.
Schon schwabte die Idee über wie eine große Welle.
Es siegte der Bevölkerungs Vernunft.
„Arbor Day“ gehört die Zukunft ! ".
Eine Million Bäume wurden gepflanzt.
Dazu die Feier mit grünem Tanz.
.
In Nebraska am 10. April 1872  so heißt es dort.
Der "Tag des Baumes" setzt sich nun weltweit fort.
In Deutschland ist es der 25. April.
Es ist unser Bestreben und unser Ziel.
Der Baum, ein Sinnbild des Wachsens, der Stetigkeit.
Des Jahreszyklus, der bergenden Erwartung bereit.
Des Schutzes als Symbol ehrsam hingestellt.
Für  die uns umgebende Natur dieser  Welt
.Weihnachtsabend  mit Lichterzweig
© Brigitte Obermaier, München, 2001-12-23
Weiß gefallene Eiskristalle so reich.
Es schimmert glitzernd hell die Heide.
Soweit das menschliche Auge reicht.
Welch winterliche Augenweide.
Hier wohnte eine arme Frau.
Mit ihrem kleinen Sohn.
Es gab nur Hütten, hinter einem Bau.
Sowie ein durchgetretener Balkon.
Morgens die Mutter ging außer Haus.
Von der Welt  wie benommen
Die Sonne ging unter, das Licht ging aus.
Noch war sie nicht heimgekommen.
Der Bub in der Hütte alleine.
Am Tisch die Ellbogen abgestützt
Guckte durch die Fensterscheibe.
Von Eisblumen halb bedeckt.
Verglimmender Kohlen-Schein.
Es war so still und leis.
Fernes Schellengeläute.
Wer mag das wohl sein.
Himmelslichter waren angezündet.
Sie blinkten und strahlten hell.
Die Glocken lauter klingen.
Der Karren fuhr sehr schnell.
„Wer ist das, der dort fährt, beileibe?
Er hält sich gar nicht auf dem Weg,
Sondern kommt querfeldein über die Heide.“
Überquert am Fluss den Steg.
Ein Schlitten, mit vier  Rentieren, ward zu erwähnen.
Kleiner als die kleinsten Fohlen.
Wieherten, schnaubten, schüttelten die Mähnen
Und scharrten den Schnee auf, unverhohlen.
„Sei nicht unartig,  Schnipp!
Schlawiner, fahr nicht aus der Haut!“
Niedlich, ruhig! Still,  Klipp!
Rief der Mann in dicker Mantel-Haut.
Es war ein kleiner Mann, alt und bejahrt.
Mit dicken Runzeln sein Gesicht übersät.
Wie mit Moos bedeckt, so sah aus sein Bart.
Habe ich Pelzmantel und Stiefel erwähnt?
In einem Mundwinkel ein Pfeifchen hatte er.
Aus dem anderen ringelte sich der Rauch heraus.
„Guten Abend, Stupsnäschen!“ sagte er.
Der Bub sagte Guten Abend, ich bin allein zu Haus.
Überall verwegene Stille und Ruhe.
„Fürchtest du dich nicht?“
Der Alte rieb seine Lederhandschuhe.
„Hör mal, du Kauz, du kleiner Wicht.“
„Bin ich dir in etwa bekannt?“
„Neulich hast du deine ersten Hosen bekommen.
Mann nennt mich den Weihnachtsmann.
Willst du mit mir kommen?“
„Das möchte ich schon, doch darf ich nicht.
Denn was geschieht,  wenn heimkommt Mutter?
Und  ich bin weg? Sie bringt das Licht.
Lebkuchen, Honig und frische Butter.
Der kleine Bub war sehr dünn angezogen.
Die verschlissene Jacke war so eng.
Die Strümpfe mit Löcher überzogen.
Der Winter im kalten Element.
Ein Weihnachts-Mann ein Wort
Er lud den Bub in seinen Schlitten ein.
„Schnell sind wir zurück an deinem Ort.
Ich wickele dich in die Felle ein.“
Klipp und Schnipp, flogen über den Schnee
Anmutig und Schlawiner flogen in rasender Eile
In den dunklen Wald ohne Klag und Weh.
Silberglöckchen tönten über die Heide
Am Stall der Weihnachtsmann rief Stopp hier.
Ein buckeliges Männlein  begrüßte die beiden.
Sie verbeugte sich in artiger Marnier.
Sterne hingen in der Bäume Zweige.
Der Junge durfte begleiten den Weihnachtsmann.
Von hier nach da, in aller Herren Länder.
So kamen sie zum lustigen Julian.
Der wünschte sich für Mama bunte Gewänder.
Der Nikolaus hatte hinter dem Schlitten-Platz.
Eine große Kiste monitert mit Bedacht.
Öffnete er diese so sagte er immer den gleichen Satz.
Wir geben die Freude weiter heute Nacht.
Julian bekam ein ein ABC-Buch und ein Schnitzmesser.
Das Mädchen einen Faden, Nadel und einen Fingerhut.
Der Opa freute sich über ein Taschenmesser.
Die einen warmes Umhänge-Tuch.
So flogen sie weiter von Hütte zu Haus.
Vom einsamen Berggehöft zum Bauernhof.
Die Rentiere flogen leichten Fußes in die Welt hinaus.
Auf dem Weg lag auch der Königshof.
Als die Kiste fast schon leer.
Überlegte der Junge geschwind.
Lieber Nikolaus ich wollt nicht fragen mehr.
Hast du ein Geschenk für mich, dem Kind.
Oh, ich habe dich nicht vergessen.
Sei nicht so ungeduldig aber schau.
Hier hast du wollene Socken und Essen.
Und einen grünen Tannenbaum.
Sie machten kurz mal halt.
Er öffnete der Kutsche Riegel.
Mitten im dunklen Winterwald.
Der Junge entdeckte einen Spiegel.
Der Weihnachtsmann sagte: Steig mal aus.
Der Junge wollte den Spiegel bedecken.
Da sah er wie durch ein Fenster hinaus.
Und konnte seine Mutter darin entdecken.
Sie arbeite fleißig, doch leider notgedrungen.
Stellte dabei keine Fragen.
Um ihren Jungen zu ernähren.
Entbehrungen musste sie ertragen.
Sie lächelte glücklich dabei.
Kannte keinen Mutterschmerz.
So manchen Jungenstreich, sie verzeih.
Sie  hatte ein liebendes Mutterherz.
Es weinte der Junge in der Dunkelheit.
Die Mutter weckte ihn sanft und lachend.
Mein Sohn sieh die  Kerzen auf dem Lichterzweig.
Ich wünsche dir einen schönen Weihnachtsabend.
Zum Essen gab es Pfefferkuchen und wie wunderbar.
Was konnte er da im Lichterglanz erkennen.
Selbstgestrickte  Strümpfe, ein wollenes Paar
Ein Paar Lederschuhe konnte er nun sein eigen nennen.
Zwischendurch stand er am Fenster und wollte.
Die strahlenden  Sterne sehen auf der weißen Heide.
Wußte nicht recht, was er von der Weihnachts-Fahrt halten sollte.
In der bescheidenen Hütte herrschte Herzenswärme und Freude.
Die Rentiere vom Weihnachtsmann
© Brigitte Obermaier, München, 2001-12-27
Acht Rentiere hat Santa ausgesucht.
Für die Fahrt auf die Erde.
Immer war dieser ausgebucht.
Weihnachten soll es werden.
In  Englischer Sprache rief der Weihnachtsmann.
Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Donder, Cupid, Comet,
Nun Rudolph mit deiner leuchtenden Nase voran.
„Dass mir ja keiner verloren geht.“
Donder oder Donner trat kräftig auf.
So begann sein Tageslauf.
Dazwischen mit blitzenden Augen.
Das Rentier Blitzer mit Vertrauen.
Dasher oder Stürmer war nicht aufzuhalten.
Beim Flug konnte er sich richtig entfalten.
Dancer oder Tänzer war sehr elegant.
Verzauberte die Welt ganz charmant.
Prancer oder  Stolzer fühlte sich immer wohl.
In seiner Rolle mit äußerster Konzentration.
Vixen oder Füchsin sein Fell im golden Glanz.
Mal schimmerte es hell im Lichterglanz.
Das sprach Nikolaus zu guter letzt.
Komm mal her und “Do the best.”
Gemeint war Rudolph mit Glöckchengebimmel.
Seine Nase leuchtete rot im Nachthimmel.
Sie schafften viel mit Lichtgeschwindigkeit.
Comet rief alle nacheinander.
Hinab zur Erde, stets bereit.
So gab es  kein Durcheinander.
Raketenbetriebenes Auto, aber nein.
Gegen en schnelles  Flugzeug eintauschen?
Kinder laden den Rentierschlitten ein.
Er soll bei ihnen vorbei rauschen.
Heilig Abend in Deutschland.
Die Geschenke werden gebracht.
Durch den Kamin in England.
Kommt Santa Claus bei Nacht.
Die Christmas Stockings werden gefüllt.
Er  stärkt sich mit Keksen und Milch.
Des Weihnachtsmans’s Reise geht geschwindt.
Er hat noch einen weiten Weg bestimmt.
Am letzten Tag im Dezember.
Pünktlich kommt er in Russland an.
Bringt seine Geschenke an Silvester.
Es steht noch mehr auf seinem Plan.
Am sechsten Januar bracht er die Sachen.
In Spanien, der Weg war weit.
Um die Kinder glücklich zu machen.
Wünscht er allen Glück und Zufriedenheit.
Zurück ging’s mit dem Rentierschlitten.
Die Rentiere flitzten schnell mit Phantasie.
Kommt wieder, Kinderaugen bitten.
Friede und Eintracht brachten sie.
Weihnachten das Fest der Liebe
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-27
Sieh die Kinderaugen
Was träumen sie an Weihnacht.
Du wirst es fast nicht glauben.
Von glitzernder Weihnachts-Pracht.
Von Englein die im Himmel schweben.
Knecht Rupprecht kommt nicht allein.
All das an Weihnachten erleben.
Mit Komet und  Kerzenschein.
Die Erwachsenen sie schwelgen.
In Lichterglanz ums Haus.
Und drinnen in der Stube.
Das sieht es ganz  feierlich aus.
Grüne Mistelzweige an der Tür.
Advents-Türchen sind noch geschlossen.
Wer sich da fragt für was und wofür.
Der hat sein Herz verschlossen.
Alleinsein ist ein schlimmes Wort.
Aufeinander zugehen im Zeiten-Getriebe.
Keiner will in missen diesen Ort.
Weihnachten das Fest der Liebe.
Wasser
© Brigitte Obermaier, München, 2001-12-26
Im Sommer war es viel zu heiß.
Die Dürre breitete sich aus.
Herab rannte der salzige Schweiß.
Sie flüchteten unter den schattigen Baum.
Käferbo war sehr besorgt.
Wo bleibt nur das Regen-Wetter.
Die Wolken stoben unverholt.
Aus der Ferne erklang dumpfes Gezeter.
Die Tomaten jammerten kläglich.
Die Äpfel konnten nicht wachsen.
Oh wie heiß, wie unsäglich.
Man hörte die dürren Äste knacksen.
Käferinka flog rasch zum Fluss hinab.
Wie soll ich nur Suppe kochen?
Sogar zum Kochen war das Wasser zu knapp.
Wer jammerte da ununterbrochen.
Die Seerosen wussten einen Rat.
Dir Käferbo kann es gelingen.
Siehst du die Wolken, sie stehen parad.
Man sollte sie zum Öffnen bringen.
Er flog zu Squozybo, dem Elefant.
Deine Dusche die könnte uns helfen.
Seine Idee war wirklich interessant.
Es zitterten die Käfer-Elfen.
Der Ziehharmonika-Rüssel wurde gefüllt.
Mit kühlem Wasser aus dem Fluss.
Verteilte das Wasser im Dorf ganz gezielt.
Jetzt gab es Wasser im Überfluss.
Blumen sind ein Spiegelbild.
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-29
Blumen sind ein Spiegelbild.
Edele Rosen oder die wachsen so wild.
Unserer Seele, zerbrechlich und schön.
Ein  kurzes Leben lässt sie vergehn.
Sonnenblumen entfaltet mit Wonne.
Richten ihr Köpfchen nach der Sonne.
Wachsen nach festem Plan.
Mit individuellen Schönheit-Drang.
Doch  während der Entfaltung.
Blütenpracht  mit Würdigung.
In den Blumen liegen Werden miteinander.
Und Vergehen dicht beieinander.
Dies sichtbar zu machen.
Liebe ich Sonnenblumen  die Lachen.
Habe ich mir als Malerin gedacht.
Und  die Blüten auf Papier gebracht.
Freiheit und Zweisamkeit
© Brigitte Obermaier, München,  2001-12-30
Traurigkeit überkommt mich.
Ich bin allein.
Wer denkt an mich.
Wer will bei mir sein.
So vertreibe ich mir die Zeit.
Mit schrecklichen Gedanken.
Was nützt die Freiheit.
Willst Zweisamkeit erlangen.
Die Zweige knistern
Holz sammeln für den Kamin
Die Äste sind schwer viel zu groß
Jahr 2001 Rückblick Brigitte Obermaier
Jan 01
Ein Paar Zeilen wollte ich aufschreiben.
Von des Lebens Kesseltreiben.
Von uns etwas berichten.
Es verleitet mich zum dichten.
Es begann das Jahr brav zu Haus.
Der Kater Balu konnte nicht hinaus.
Er ist unser Hauskater, es ist kein muss.
Jedoch bestimmt er unseren Rhythmus.
Im ASZ gab ich einen Computer-Lehrgang.
Dieser später der Lehrling übernahm.
Das Sprichwort: Zuerst zieht man sie groß.
Wird Wahrheit, die Tür fällt ins Schloss.
Ablass der Sünden der Papst im Vatikan.
Stellt  Bedingungen an seinen Untertan.
Die Heilige Pforte wird nach einem Jahr
Wieder geschlossen, Halleluja.
Die Malerei des Lächelnden Osten
Wird für mich ein voller Erfolg.
Ich verkaufte einige Posten.
Bedanke mich bei den Gästen und dem Volk.
Die Gesundheit spielt oft verrückt.
Darüber bin ich gar nicht entzückt.
Der Rücken, die Füße, das Bein.
Die Schmerzen lassen mich nie allein.
Beim Radiosender gab es einen Gewinn.
Mutter Gisela und ich gingen hin.
Holiday und Ice, Schlittschuhlaufen und Gesang.
Wir durften mit zum großen Empfang.
Feb 02
Zur Gymnastik geh ich ins Altenheim.
Dort lassen sie die Kranken hinein.
Massage, Gymnastik ohne Fango.
Vorbei der Tanz von einem Tango.
Eine Feier jagt die Nächste.
Geburtstags-Feier sind das Beste.
Monika und Mutter (Gisela) haben einen Runden.
50 und 75 ergeben viele  Stunden.
Ich halte Lesungen ab, geschwinder.
In der Stadtbibliothek für Kinder.
Aus meinem Geschichten-Buch.
Jeder sich eine andere aussucht.
Mrz 01
Eine Reise habe ich gewonnen.
Habe Gedanken damit versponnen.
Ich durfte fahren nach Ischia mit dem Bus.
Dort habe ich malerische Motive gesucht.
Hans übte einen Monat lang.
Er fasste nur ein Computer-Spiel an.
Mit Internet und Email hatte er nichts am Hut.
Nach kurzer Zeit fand er es nicht mehr gut.
In Füssen besuchten wir das Musical.
Wir erlebten König Ludwig feudal.
Der Ausflug war sehr schön.
König Ludwig wollen wir wieder sehn.
Laura kommt regelmäßig zum Malen.
Wir bringen die Sonne zum Strahlen.
Bei Aquarell mit Pinsel und Farbe.
Es entstehen farbige Geburtstags-Gaben.
Apr 01
Die Verwandtschaft laden wir ein.
Ostersamstag  sind wir so nicht allein.
Ostereier haben wir versteckt.
Nur ich, ich lag im Krankenbett.
Ostersonntag versinkt im Schnee.
Eiskalt ist es im Haus, oh weh.
Die Gesundheit ist sehr schlecht.
Das liegen ist mir gar nicht recht.
Nach jahrelangem Verhandeln, oh ja.
Wurde es endlich für uns wahr.
Wir bekamen einen Kamin-Einsatz.
Bei kalter Jahreszeit der wärmende Schatz.
Mai 01
Brigitte Obermaier, München,  2001-05-12
Der 12. Mai 2001 war ein sonniger Tag.
Teilweise heiss bis 25 Grad.
Ich besuche die Roseninsel im Geleit.
Martina und Hannelore waren dabei.
Fussballhimmel in Bayern.
Vatertag kam Heinz zum Feiern.
Balu hilft mir die Blumen pflanzen.
Stiefmütterchen den Trog umranden.
Jun 01
Im Februar auf der CBR oh toll.
Gewann ich einen Flug, wundervoll.
Das Ziel war für uns Kanada.
Die Rundreise war wunderbar.
Jul 01
Ich malte sehr viel.
Das war mein Ziel.
Bei Birkenmeier kamen Zwillinge an.
Bei ihnen heißt es  Wickel- und Speiseplan.
Der Aldi eröffnet seinen Laden auf der Wiese.
Mit Lebensmittel, Obst und Gemüse.
Das Wetter gibt Wärme parat.
Jeden Tag bis 28 Grad.
Aug 01
Auf der Hütte in der Wildschönau.
Wir und Balu, oh schau.
Die Kühe bimmeln ziemlich laut.
Balu sich nicht mehr hinaus traut.
Liselotte lud zu Zitronenhähnchen ein.
Dazu gab es einen wunderbaren Wein.
Bei Monika eine Erdbeer-Biskuit-Roulade.
Bei uns Brot mit viel Streich-Schokolade.
Am 19. August ging Hans zum Tauchen.
Ein Unfall brachte das Auto zum Rauchen.
Dem BMW gefiel nicht der Rundschlag.
Hans feiert jetzt seinen zweiten Geburtstag.
Ich fuhr allein.
Nach Dreieichenhain.
Bruno feierte seinen 50. Geburtstag.
Julia nahm mich in Beschlag.
Sep 01
Hans bekam eine neue Brille.
Seine Gesundheit pflegt er mit Kamille.
Das unfassbare brach über New York herein.
Das World Trade Center stürzte ein.
Das Oktoberfest war traurig anzusehen.
Keiner wollte hinaus dort gehen.
Ramba Zamba wurde getauscht.
Zu besinnlichem Gespräch und Geplausch.
Okt 01
Im TV kommt der IQ Test dran.
Ich schneide mit 135 Punkten ab.
Renntershofen besuchten wir gerne.
Das Bild bestand aus vielerlei Körner.
Der Trachtenverein Gochsheim lud ein.
Zu einem gemütlichen Plausch mit Frankenwein.
Kirchweih mit Enten Schlachten.
Probefahrten wir mehrere machten.
Nov 01
Harry Potter im Kino kam.
Premiere ich war eingeladen da.
Eine Homepage hatte ich gegründet.
Dami t man über HP viel findet.
Die Weihnachtszeit begann im Internet.
Ich schrieb für Kinder ziemlich nett.
Adventszeit und den Adventskalender.
Darüber kann man schreiben viele Bände.
Dez 01
Wort & Strich erscheint als dickes Band.
Cool sein und Nachdenken im Bilderband.
Weihnachten spüren zur Weihnachtszeit.
Zum besinnlichen schreiben bin ich bereit.
Frau Kressierer die Mutter starb im September.
Toni Kremling wurde begraben im Dezember.
Ursula Zengel wurde operiert an der Bandscheibe.
Das Krankenhaus wurde ihre längere Bleibe.
Immer wieder spielte verrückt die Bandscheibe.
Spritzen und Tabletten, es bleibt mein Leiden.
Meine Gesundheit war kläglich.
Weihnachten wurde besinnlich.
Ich dekorierte das ganze Haus.
Einen Christbaum suchte ich für Balu aus.
Silvester feiern wir allein.
Ein erfolgreiches Neues Jahr 2000-zwei.
Übers Jahr 2001
Das Interim besuchte ich bei Cola und Bier.
Viel  formgewandte Kultur gibt es hier.
Ich erfinde den Sonnenblumenbaum.
Für einen weiterer Kindheitstraum.
Die Schreibwerkstatt lässt die Gedanken.
Niederschreiben und öfters schwanken.
Der Montag der Treffpunkt in der Innstadt.
Gedichte, Geschichten, Worte lieblich satt.
Zeichnen im Botanischen Garten.
Mit Bleistift auf Papier oder Postkarten.
Im Dezember die Bilder ausstellen.
Die Stadtbibliothek als leisen Ort wählen.
All die Tätigkeiten.
Die uns übers Jahr begleiten.
Dem Leben entspringen.
Die uns Leid und Freude bringen.



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